Der Todtentanz in der Marienkirche zu Lübeck

This is page thirteen of Wilhelm Mantels' book, Der Todtentanz in der Marienkirche zu Lübeck, from 1866. The book is in landscape format with three columns per page, but here the three columns are presented below each other.

The last pages in Mantels' book are dedicated to the text from Dodendantz from 1520. This book was largely unknown in Germany because the only existing copy had been sold to the Bodleian Library in Oxford in 1849. Mantels has the text from Lübke, who had published a book about Berlin's dance of death five years earlier in 1861, while Lübke in turn had used a transcription made by privy councilor Johann Daniel Ferdinand Sotzmann.

Some small errors that Mantels has inherited from Lübke: Death to the beguine: "Desto draden" (should have been "Wo draden"), the beguine is missing a word in "O dot, schone myner noch", and the fools' words "ik went de stetten slöke" should have been "ik weet de fetten slöke".


13 A

    De klusener.
O Here, dencke myner in desser stunt,
De du umme my byst yemmerliken vorwunt,
Erlöze my, so du dedest den hilgen Heliam
Unde den guden konnynck Ezechiam,
Nym my, Here, uth dessem elende,
Myne sele bevele ick in dyne hende.

    De dot tom bormester.
Her bormester, dat ordel unde alsodane word
Hefstu noch nicht eer ghehord,
Dath dy nu wert thogesecht:
Dantze myt, du most vor Godes recht!
Is nu gerecht dyne conciencie,
So werstu horen eyne gnedige sentencie.46)

    De borgermester.
Ach God, wo schal ick dyt vorstaen,
De doet tastet my ernstlyk an.
Ick meende, ick scholde noch werden gesparet,
Dat vele saken noch werden gheklaret.
De borgers konen my nicht wol entberen.
Id is gud by tyden sterven leren47)

    De dot to der nonnen.
Klosternonneken, vorvere dy nicht to sere,48)
Desses dantzes hefstu grothe ere.
Wente de syk Gode heft ghegeven
Unde de wyl voren eyn geystlik leven,
De moth syk gantz von der werlde keren
Unde schal by tyden sterven leren49)

    De klosternonne.
Eya, help Maria, my is ovel to mode,
Schal ik alrede sterven, dat do ik node.
Ick hadde ghehopet noch meer to leren,
Wo ick scholde denen Gode, mynem heren50)
Dem ik myne sele hebbe vortruwet gantz,
Unde also mochte erlangen der junckfrouwen krantz.

    De dot tom kopman.
Kopman, to stervende bystu gantz bedrovet,
De werlt heft dy men sere gheovet.
Umme gelt deystu arbeyt unde flyd,
Men Gode to denen hefstu neene tyd.
Nu mostu myt in eyn ander lant,51)
Wat is nu dath vele ghyrent bewant!


46) Anm. 43.
47) Anm. 49.
48) 1463 Str. 26. Berl. T.: Kaufmann   Vgl. Anm. 15. 27. 59. 74.
49) Anm. 47.
50) Anm. 53. 65
51) 1463 Str. 11 Vgl Anm. 70.


13 B

    De kopman.
Ach yd is yo war, hadde ik myne tyd
Gode ghedenet myt so grotem flyd,
Also ick na gelde hebbe ghyret
Unde weynich hilge dage rechte fyret,52)
So krege ik wysz ewyghe salicheyt.
Dem gelde to denen is al vorlaren arbeyt.

    De dot tome juncheren.
Juncker, wo rechte framde is dy by my,
Unde byn doch nu so na by dy,
Dat schaltu recht also vorstan:
Dyn lavent is nu tho deme ende ghan.
Hefstu wol ghedenet Gode, dynem heren,53)
So kumpstu nu tho groten eren.

    De juncher.
Ach neen, leyder, dat is vorkeret.
Gode to denen hebbe ick nicht wol gheleret,
Men slomen domen,54) dryncken unde syngen,
Myt pypen bungen55) dantzen spryngen.
Myn vader heft my vele to hope lacht,56)
Up den dot hadde ik noch nicht ghedacht

    De dot tor junckfrowen.
Junckfrouwe Gyseltrut, wo ick dy schal heten,
Dantze vort, laet dy nicht vordreten,
Du plechst gerne tho dantzen unde spryngen,
Vele nye leede lerestu syngen.
To stervende make dy hastygen rede,
Dar synt vele achter, de möten alle mede.

    De junckfrouwe.
Ach neyn, ick byn yo noch eyne yunge derne,57)
Myne elderen behelden my ock gantz gerne,
Eya, mochte ick beholden dat leven,
Dar wolde ik al mine kleynode umme geven.
De dot sparet nicht olde efte de nyen,
Ick bevele my deme sone der junckfrowen Marien.

    De doet to deme borger.
Du borger, lechst grote sorge dar an,
Dattu mogest heten eyn ryke man.
De tytlik gud wyl sammelen ane sunde,
Unde Gode dar by wyl hebben to frunde,
Der synt manckt vyven nouwe twey.
Dede socht ewich gut, selich is de.


52) Berl. T.: Amtmann.
53) Anm. 50. 65.
54) Schlemmen und dammeln. Vgl. ruseleren 1463 Str. 24. Berl. T.: Amtmann, Anm. 72.
55) Bei Pfeife und Trommel.
56) Statt: lecht: ebenso in der vorhergehenden Strophe: lavent statt: levent.
57) 1463 Str. 26.


13 C

    De borger.
Ach Got, wat hebbe ik dar vele umme dan,
Dat ick mach heten eyn erbar man
Unde ock vele geldes mochte werven,
Dat sulve to laten mynen kynderen unde erven.
Hadde ik den armen ghegeven myt flyd58)
Ach de dot nympt my dat levent vnde tyd.

    De dot to der bagynen.
Vorveer dy nicht, kornute, suster bagynken,59)
Id is all eyns, eft du hetest Wobbeke efte Kristinken,
Krichstu wat to wetten gysteren efte hüde,
Desto draden kumpt dat manckt de lüde.
Neen dinck hyndert dy nu so sere,
Alse vele unnutte60) tydynge unde nye mere.

    De baghyne.
Do men my nicht konde ryke beraden,
Moste ick werden bagyne draden
Ik hebbe geknuttet, geneyet unde gewracht,
Myt kleynen sorgen myn levent henne bracht,
Ock hebbe ick my erneret myt der spyllen.
O dot, schone myner umme Jesus willen.

    De dot tom doren.
Hyntze Sychelenfyst61) van Geckeshusen,
Du hefst lange noch gan in deme susen,
Du dorest fuste an, lest ock nicht aff
Unde blyfst eyn narre wente in dat graff.
Dantze vort, ick wyl dy vore syngen,62)
Du must nu na myner pypen springen.

    De dor efte geck.
Al war, ik went de stetten slöke,
Dar gha ick hen manckt de köke,
Ick ethe unde dryncke myt den heren,
Eyn ander betalet, ick helpet vorteren
Myt lichten synnen, bungen unde pipen.
Nu kumpt de dot unde wyl my grypen.

    De dot tom amptman.
Mester amptman, hefstu myt truwen ghewerket,
So kumpstu nu int rechte market,
Nicht myt losheyt schon vor ogen,
Bynnen feyl unde so bedrogen,63)
Bystu ock truwe ghewest myt allem flyd,
Dat belonet God nu unde ock to ewyger tyd.


58) 1463 Str. 3 9. Berl. T.: Wucherer.
59) Lübke: Karnute. 1496: suster kornute efte bagyneken. — Kornute = Genossin, Conventualin. — Vgl. Anm. 48.
60) Lübke: vmutte.
61) Sichelbereit, reif für die Sichel. — Fyst = fuste. (Anm. 3.) Vgl. Brem. Wörterb. I. 5. 470 fg. Hoffmann zu Reineke Vos, unter vuste.
62) Vgl. Berl. T.: Amtmann.
63) 1463 Str. 19. 24.

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