|
|
This article was published in "Wissenschaftliche Beilage" to "Der Dresdner Anzeiger", February 17th 1925.
The author reviews stonemasons and builders in Dresden, and one of those, who is particularly relevant to this website is Hans Schickentanz. As far back as 1784, Schickentanz had been claimed as the creator of the dance of death at the castle in Dresden. There has never been any particular reason, but all later writers reiterated his claim, because there was no reason to doubt it either.
In this article, Fichtner demonstrates that Schickentanz worked exclusively as a "Steinmetz", i.e. stonemason, and never as a "Bildhauer", sculptor.
A stonemason builds houses, churches, castles, bridges and roads, and if he is particularly skilful, he may act as "Baumeister," the builder / architect, who is responsible for the entire project. The artistic embellishment, on the other hand, must be done by a sculptor, which precludes Schickentanz.
Fichtner instead points at the stairs to the city hall in Oschatz. Here it is known that the builder was Bastian Kramer, and the sculptor was Christoph Walther. Furthermore one can read the year 1538, as well as both Kramer's and Walther's initials.
The figures are kept in the same style as the dance of death in Dresden, they were created at about the same time and both were done for Duke George the Bearded, whose portrait adorns both works.
For this reason it is now believed that the dance of death in Dresden was created by Christoph Walther.
The article exists as only as a microfiche, but it deserves a greater circulation. The microfiche is very crabbed, but thanks to Mischa von Perger's friendly help and sharp eyes it was possible to piece the article together, so that it could be presented here.
Von Dr. Fritz Fichtner
Diese Ausführungen sind der Einleitung zu einer großen wissenschaftlichen Arbeit entnommen, die ich vor mehreren Jahren auf Anregung des Ordinarius für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Dresden, des Herrn Geheimrat Prof. Dr. Bruck unternahm. Von Dr. Bruck selbst liegen mehrere verdienstvolle Arbeiten vor, die sich mit Teilgebieten des gleichen Themas befassen. Geh. Rat Dr. Gurlitt hat aller dieser Meister an irgend einer Stelle seines weitschichtigen Schrifttums Erwähnung getan. Auf Literaturangabe ist aber hier verzichtet.
Die fürstliche und städtische Bautätigkeit in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war in Dresden äußerst rege und doch sind die Namen der leitenden Künstler sehr spärlich auf uns gekommen. Es sind Namen erhalten wie: Meister Arnold, Conrad Pfluger, Conrad Krebs und Bastian Kramer, Hans Kramer, Melchior Berthold und Hans Schickentanz. Die mangelnde Kenntnis von der Funktion der "Hofsteinmetzen" und Hofarchitekten und die Unkenntnis der Bildhauerpersönlichkeiten jener Zeit verführten dazu, noch vorhandene Werke der Plastik einem der wenigen bekannten Namen dieser Bauleute unterzuschieben. So hält man das alte Georgentor (auf die jüngst veröffentlichte verdienstvolle Arbeit von Sponsel komme ich an anderer Stelle zurück) und vor allem das Relief des Totentanzes, wie gesagt, heute noch für Werke des Hans Schickentanz, und als es galt, einen Meister für das künstlerisch hochstehende Werk des Schloßkapellentors zu finden, verfiel man z. B. auf Hans Kramer, den derzeitigen Hofsteinmetzen.
Unternimmt man es aber, sich an Hand der zugängigen Akten ein Bild vom Betätigungsfeld dieser Hofsteinmetzen zu machen, so erscheint es nicht mehr gerechtfertigt, nur weil keine anderen Künstlernamen zur Verfügung stehen, ihnen so wichtige Werke der Plastik zuzuschreiben.
Der Name Hans Schickentanz ist viel genannt, und doch ist sein Leben und Wirken so ziemlich ganz in Dunkel gehüllt. Am Neubau der 1491 eingeäscherten Kreuzkirche erscheint laut Brückenamtsrechnung unter den Steinmetzen Hans Schickentanz. 1493 wird er zum Polier ernannt. Zur selben Zeit erscheint Hans Schickentanz in Dresden schon als ansässig, er zahlt 1494, 1495, 1520, 1521 Geschoß für sein in der Windischen Gasse gelegenes Haus; 1524 wird dies als neben dem Siechenhaus im Kreuzgäßlein gelegen bezeichnet.
Im Nürnberger Stadtarchiv werden ein Jorg Schickentanz und Hans Walther von Eulenburg und eine Agnes Schickentanz im Jahre 1515 erwähnt. Den verwandtschaftlichen Beziehungen konnte nicht nachgegangen werden. 1514 bis 1518 erscheint er als Dresdner Ratsmitglied. Um die Steinmetzenhütte hat er sich große Verdienste erworben; er war es, der der Hütte eine festgegliederte Organisation verlieh. Ganz ohne persönliche Reibereien ist es bei der Annaberger Auseinandersetzung (Annaberger Hüttenstreit) nicht abgegangen, denn aus dem Jahre 1521 wird von der Beilegung eines Streites zwischen Hans Schickentanz, Hans Schwoben und Philipp von Wolkenstein berichtet. Überall tritt er als Steinmetz auf. 1514 bis 1515 erbaute er die "Porkirche" über der Sakristei an der Südseite der Kreuzkirche.
1515 bis 1517 kaufte er mehrfach Ziegel und arbeitete an der Elbbrücke.
1524 errichtete er den Wendelstein der Kreuzkirche neu. 1520 arbeiten die Gesellen des Schickentanz Formenstücke für die Fenster der alten Frauenkirche. Der bekannte Dresdner Totentanz, der Schickentanz noch immer zugeschrieben wird, ist, wie von mir auf stilkritischem Wege festgestellt werden konnte, ein Werk Christoph Walthers. Keine der von mir durchgesehenen Aktennotizen läßt den Schluß zu, daß Schickentanz auch als Bildhauer tätig war.
Das gleiche gilt von Bastian Kramer. Wir kennen einen Bastian, Balthasar und Hans Kramer.
Bastian Kramer wird 1527 bis 1528 Kirchenwerkmeister an der Kreuzkirche. Da die Kreuzkirche zum Brückenamt gehört, erscheint Kramer auch an der Brücke tätig. 1535 bis 1536 wird er als Steinmetz der Brücke und Kirche genannt; auf Befehl des Herzogs steht er im Jahressold. 1543 bis 1544 errichtet Meister Bastian die neue steinerne Empore in der Kreuzkirche mit zwei Schnecken. Bei der Quittungsleistung über 430 fl. für die Empore am Tage Reinigung Mariä nennt er sich bei seinem ganzen Namen Bastian Kramer und siegelt mit seinem Steinmetzzeichen. 1547 liefert Bastian, Steinmetz, einen Steinbottich in das "Mönchshaus", das Franziskanerkloster. Der Fürst hatte sich schon im Jahre 1535 bis 1536 für ihn verwendet; er sucht ihn aber noch fester an sich zu binden: 1540 erhält Bastian Kostgeld am herzoglichen Hofe. 1553 arbeitet er am Schloßbau. 1553 belegt Bastian Kramer den steinernen Saal (über der Schloßkapelle) mit 616 Platten Rochlitzer Stein. Gurlitt vermutet, daß er hier der eigentliche Architekt gewesen ist. Es muß auch dies solange Vermutung bleiben, bis die Schloßbauakten dieser Zeit aufgefunden worden sind. Daß Bastian Kramer aber nur Steinmetz und Architekt gewesen ist und kein ausübender Bildhauer, das zeigt seine Tätigkeit als Baumeister des Rathauses von Oschatz in den Jahren 1537 bis 1540. Aus der Oschatzer Stadtrechnung, Winter 1537, geht hervor, daß der leitende Baumeister des Rathauses: "Meister Bastian u(nseres) g(nädigen) H(errn) Baumeister" war. Sein Meisterzeichen ist in einer Brüstungsfüllung der Rathaustreppe angebracht. Im gleichen Felde steht aber ein zweites Künstlerzeichen, das Wappen Christoph Walthers, des Bildhauers, wie unten noch auszuführen sein wird. Von diesem Künstler stammt der schöne bildhauerische Schmuck der Freitreppe. Der Architekt hat sich also einen namhaften, an anderen Aufgaben schon erprobten Bildhauer aus der Residenz gesichert, den er sicher nicht herangezogen hätte, wäre er selbst Bildhauer gewesen. Es vereinen zwei Künstler an einem Bauwerke ihre Meisterzeichen — aber ihre Schaffensgebiete waren doch verschiedener Natur.
Hans Kramer. Die Bestallungsurkunde vom 9. August 1554 nennt Hans Kramer "Hofsteinmetzen und Werkmeister". Die Dienstobliegenheiten, zu denen er verpflichtet wird, besagen deutlich, daß Kramers Tätigkeit in allererster Linie die eines Baumeisters, Steinmetzen und Werkmeisters war.
Er sollte "fleißige gutte aufachtung haben, das alle dieselben Gebäude an Grundmauern, in Steinwerk und Dachung in rechten baulichen Würden und wesen erhalten werden und kein schaden auß Veranlassung nehmen mogen, und do er an solchen gebäuden irgens baufälliges oder mangelhaftiges befunden wurdet welche man nothhalben und zur verhütung großens unraths und kostens bessern und bauen muß, derselben anzeigen. Er soll in den churfürstlichen Gebäuden im Lande alles verfertigten und verstehen, was einem Steinmetzen, Maurer und Zigeldecker zu verwalten geburth, welchs er uns den also zu thun mit Hand und mundt gelobt und zugesagt".
Auch dort, wo Kramers Name im Zusammenhang mit berühmten plastischen Werken genannt wird, werden seine Dienste immer nur als Baumeister in Anspruch genommen.
1561 soll der Chor des Freiberger Domes zur Aufstellung des Moritz-Monuments vorgerichtet werden. Der Kurfürst entsendet Berthel, damit er die Arbeit angebe, gibt ihm aber Hans Kramer bei und bestimmt ausdrücklich als Ersatzmann für Hans Kramer, falls dieser durch Arbeiten an anderen Gebäuden verhindert sei, Hanssen Irrwischen. Irrwisch aber war lediglich Maurer.
Gegen Ende des Jahres 1562 ist Hans Kramer mit Zerrun, dem ausführenden niederländischen Künstler, in Freiberg gewesen. Der Bericht zeigt erneut, daß Hans Kramer nur als Steinmetzmeister und Baumeister sein Gutachten abgibt. Hans Jenitz, der Hofsekretarius, berichtet unter dem 2. Januar 1563 an den Kurfürsten, daß Hans Kramer und Zerrun gemeinschaftlich den besten Aufstellungsort suchen, die Tragfähigkeit der Gewölbe prüfen und Veränderungsvorschläge zur Festigung der Gewölbe machen. "Hans, der Steinmetz" hat sich um die technische Erledigung gekümmert, berichtet aber, daß die Stadt Freiberg augenblicklich schwerlich dazu in der Lage sei, da sie über keinen Kalk verfüge.
1559 errichtet Hans Kramer eine Kochküche und das Malzhaus am Dresdner Schloß.
In der Zeit von 1558 bis 1561 fällt der Umbau des Schlosses zu Wittenberg, die Erneuerung des Festungsbaues und der Bau eines neuen Wagenhauses am Zeughaus. 1560 fertigt er für Torgau einen Kostenanschlag zur Errichtung einer Schlachtbude, eines Häuschens am Eingange des Baumgartens und eines Ganges zur Rennbahn. 1560 errichtet er ferner im Torgauer Schloß ein mit Zinn und Blei abgeschlagenes Wasserbassin. 1561 erhält Baumeister Hans Kramer den Auftrag, die Schäden in Torgau zu beseitigen.
1560 liefert er den Entwurf des Rathauses zu Schmiedeberg und Lommatzsch; er ist ferner an der Kirche zu Stolpen tätig. 1565 scheidet er aus den Diensten des Kurfürsten aus, um unter sehr günstigen und ehrenvollen Bedingungen den Ruf nach Danzig als städtischen Baumeister, Steinmetz und Festungsbaumeister anzunehmen. Es wurde ihm zugestanden, jährlich auch zwei Bürgerhäuser zu errichten. Georg Cuny schreibt ihm in Danzig zu: das englische Haus, das Löwenschloß, und Arbeiten am Rathaus. Kramer verpflanzte die Sgraffitomalerei, die von Italienern am Dresdner Schloßbau so reich angewendet worden war, nach Danzig, er ließ z. B. das englische Haus damit schmücken. Kurfürst August steht aber auch jetzt noch mit ihm in Verbindung und holt Gutachten ein. Im Jahre 1579 z. B. fragt er an, mit welchen Mitteln man die Keller, die unter dem Wasserspiegel liegen, trocken halten könne.
1577 wird er als Festungsbaumeister ein Opfer seines Berufes, er fiel durch eine feindliche Kugel bei der Belagerung Danzigs.
So erscheint Hans Kramer als ein vielbeschäftigter Steinmetz und Baumeister von Ruf; bisher war aber noch keine Aktennotiz beizubringen, die auch nur ahnen läßt, daß er mit bildhauerischen Arbeiten beschäftigt wurde. Wenn aber sein Name im Zusammenhange mit Werken der Plastik genannt wird, wird ausdrücklich gesagt, daß ein anderer der Bildhauer war, und er nur die Steine und die damit verbundenen Steinmetzenarbeiten lieferte. Das zeigt sich vor allem in den Jahren 1556 bis 1557 anläßlich der Errichtung der neuen Kanzel in der Frauenkirche. Daran fertigt Hans Walther, der Bildhauer, die Figuren und den Engel zum Predigtstuhl, Augustus Cordus malt diesen und Hans Kramer, Steinmetz, liefert die Steine und die Arbeit. Es will recht unwahrscheinlich erscheinen, daß ein Bildhauer, der eine leitende Stellung im kurfürstlichen Dienste inne hatte, einem anderen Bildhauer gewissermaßen die Vorarbeiten leistet. Hans Kramer ist eben schwerlich Bildhauer gewesen.
Dem Hans Kramer ist aber gerade eine sehr hochstehende Bildhauerarbeit zugeschrieben worden, das Alabasterrelief vom Bühnauepitaph in der alten Frauenkirche (jetzt Dresdner Stadtmuseum).
Die Steinplatte ist an der oberen Fugenfläche mit einem H. K. versehen. Diese Marke scheint das Hauptargument für die Zuweisung gebildet zu haben, denn einmal fehlen andere Kramersche Bildhauerarbeiten, die zum Vergleich herangezogen werden könnten, zum anderen sind schriftliche Aufzeichnungen bisher über dieses Monument nicht bekannt geworden. An plastischen Arbeiten dieser Zeit, die keine Veränderung erfahren haben, ist fast stets das Zeichen des Künstlers an sichtbarer Stelle angebracht. Wahrscheinlich hat auch das Bühnauepitaph an einer sichtbaren Stelle ein Künstlerzeichen getragen. Ich bin geneigt, dieses H. K. eher als Geschäftsmarke des Steinlieferanten anzusehen. Marmortafeln waren damals ein sehr köstlicher Besitz; die meisten sächsischen Marmorbrüche waren noch nicht erschlossen, so daß die meisten Besitzer so wertvoller Steinlager ihre Ware zeichneten, natürlich an einer Stelle, die für die bildhauerische Bearbeitung von vornherein ausschaltete. Hans Kramer erschien schon einmal als Lieferant von Steinen; so ist es nicht ausgeschlossen, daß die Bildhauer beim Hofsteinmetzen, der sehr oft Transporterleichterungen genoß, ihr Material einkauften. (Das Bühnauepitaph ist das Werk Christoph Walther II.) Aus den oben angeführten Gründen kann ich mich nicht entschließen, das Schloßkapellentor (goldene Tor) Hans Kramer zuzuerkennen. Das eine Verdienst, daß er vielleicht gute Steine dazu geliefert hat, ist damit nicht ausgeschlossen. Mit der obigen Feststellung ist der Ruhm Kramers als Architekt nicht im geringsten geschmälert.
Melchior Berthold. In Rechnungen und Bauaufzeichnungen tritt verhältnismäßig oft der Name eines Steinmetzen auf: Melchior Berthold, auch Melcher Barthel genannt. Es wurde bisher noch kein Versuch gemacht, in das Leben und Wirken dieses reichbeschäftigten Mannes Licht zu bringen; er wird immer der Steinmetz genannt und sein Wirken ist auch das eines Steinmetzen gewesen; natürlich ist es möglich, daß er seine ausgeführten Steinmetzarbeiten hin und wieder mit bescheidenem Schmuck versah oder auch, durch gewisse Erfolge ermutigt, sich einmal in einer freiplastischen Arbeit versuchte. Damit rückt er aber noch nicht in die Reihe der Künstler, denen die Bildhauerei Hauptbetätigungsfeld war, sondern bleibt Werkmeister und Steinmetz.
Über die Herkunft M. Bertholds gibt eine sehr interessante Erbschaftssache (Dr[esdner] Rats-Archiv A. IX. 18. f. Bl. 99) Aufschluß. Der Kurfürst erteilt aber zur Erbschaftsregelung keinen Urlaub, da Berthold als "Handwerks Mahn und Steinmetz" bei den Wiederherstellungsarbeiten am Kreuzturme unentbehrlich ist. Einen weiteren Einblick in die Verwandtschaftsverhältnisse, die aber hier nicht erörtert werden können, gewährt die in Kopie erhaltene Geburtsurkunde seines Sohnes Melchior Bertholds des Jüngeren vom Jahre 1583.
1574 fertigt Melchior Berthold ein Bildwerk auf dem Brunnen des Neumarktes, 1578 eine Gruppe von Sandstein, Christus mit den Jüngern am Ölberge, für eine Seitenkapelle der Dresdner Frauenkirche.
Zu dem in den Jahren 1579-1582 nach den Plänen des Hans Walther ausgeführten Kreuzturme baut er das Steinwerk. Man wird nicht fehlgehen, wenn man darunter die Gesimse und Fensterstürze und vor allem die von Konsolen getragene, reich mit Säulen verzierte Ballustrade versteht, zumal Berthold ganz ähnliche Massenartikel für den Johannesfriedhof zu liefern hatte. Über Bertholds Tätigkeit am Johannesfriedhof vor dem Salomonistore berichtet die Rechnungslegung Hans Walthers, des Bauleiters der ganzen Anlage.
Sonnabend den 27. August 1580 erscheint Melchior Berthold im städtischen Bauregister mit "1 g 29 gr — Melchior Berthold Steinmetz, laut Zettels".
Den vorhergehenden Posten nach zu schließen scheint es sich um Arbeiten in der Ratsstube zu handeln.
Der Kurfürst heischte die Dienste des Melchior Barthel um das Jahr 1559. Kurfürst August trug sich mit dem Gedanken, das Denkmal für seinen Bruder Moritz in der Grabkapelle zu Freiberg aus Pirnaischem Sandstein errichten zu lassen. Zu diesem Zwecke zeigt er den von den Gebrüdern Thola gefertigten Entwurf Melcher und Hansen Walther mit der Aufforderung, einen Kostenanschlag aufzustellen. Die beiden Meister forderten 6000 Taler, das war aber dem Fürsten zu hoch. Als Hofsteinmetzen wurde ihm 1585 eine Ausbesserung des Dresdner Schlosses anbefohlen, zu der man, wie gewöhnlich, Steinmetzen aus allen Ämtern (Freiberg, Meißen, Pirna) entbot. So erscheint Melchior Berthold durchaus als Steinmetz, ganz selten nur werden bildhauerische Arbeiten erwähnt, auf uns scheint keines dieser Werke gekommen zu sein.
Wenn die bisherigen Untersuchungen auch mehr negativer, ausschließender Natur sind, so ist diese Klarstellung an Hand der Aktennotizen nötig, sie will eine bescheidene Mahnung sein, bei ferneren Zuweisungen bildhauerischer Arbeiten an diese Meister mit größerer Vorsicht zu verfahren.
Fichtner mentions four colleagues: Robert Bruck (1863-1942), Georg Cuny (1857-1942[?]), Cornelius Gurlitt (1850-1938) and Jean Louis Sponsel (1858-1930). For more about Gurlitt and Sponsel, see the page on The artist behind the dance of death in Dresden.