Johann Georg Gross

Gross, Urbis Basil., 1623
Gross, Urbis Basil., 1623

Here is the text from Johann Georg Gross's book Urbis Basil. epitaphia et inscriptiones omnium templorum, curiæ, academ. & aliar. ædium public from 1625. The dance of death is on pages 423-438.

Isaiah

Isaiah
Isaiah
         Wahrnung Esaiæ am 40. Cap.
Es spricht der Prophet Esaias,
   Daß alles Fleisch ist Höw vnd Graß,
Sein Schöne wie die Blum im Feld,
   Das Graß verdorrt, die Blum wirdt welck:
Vergleicht s'Volck dem Graß auff der Heid,
   Wenn s'Herren Athem sie anwäyt,
Die Blum verryßt, das Graß verdorrt,
   Doch bleibt in ewigkeit sein Wort.

Job

         Trost des Iobs am 19. Cap.
Ich weiß, daß mein Heiland thut leben
   Christus, der mir hat s'Leben geben,
Wirdt mich auß der Erden erwecken,
   Mein Gebein mit der Haut bedecken:
Vnd wirdt mein Fleisch Gott leben sehen,
   Mit meinen Augen wirdts beschehen.

         Ein anders Trostsprüchlein.
Was lebt, das stirbt durch Adams noht:
   Was stirbt, das lebt durch Christi tod.

The preacher

The preacher
The preacher
         Der Prediger spricht Danielis am 12. Cap.
Viel auß den, die im Staub der Erden
   Schlaffen, die sollen wider werden
Erwachen: ein theil ewig leben,
   Dem andern theil will er geben
Ein hart Vrtheil zu ewig'r Schmoch:
   Die müssen aber kommen hoch,
Welch andere haben bericht fein,
   Werden glantz'n wie des Himmels schein:
Dise aber werden gepriesen,
   So die Meng zur Frombkeit gewiesen,
Scheinen wie d'Stern am Firmament,
   Werden seyn ewiglich ohn end.

The ossuary

The ossuary
The ossuary
         Andere Verßlin.
O' Mensch betracht, Vnd nicht veracht
   Hie die Figur, All Creatur
Die nimpt der Tod Frühe vnd spoht,
Gleich wie die Blum Im Feld zergoht.

Death to the pope

Death to the pope
Death to the pope
         Der Tod.
Kompt heilger Vatter wärther Mann,
   Ein Vortantz müßt jhr mit mir han:
Der Ablaß euch nicht hilfft darvon,
   Das zweyfach Creutz, vnd dreyfach Cron.

The pope

         Papsts Antwort.
Heilig was ich auff Erd genant,
   Ohn Gott der höchst führt ich mein Stand.
Der Ablaß thet mir gar wol lohnen,
   Noch will der Tod mein nicht verschonen.

Death to the emperor

Death to the emperor
Death to the emperor
         Der Tod.
Herr Keyser mit dem grawen Bart,
   Ew'r Rew habt jhr zu lang gespart,
D'rumb sperrt euch nicht, jhr müßt darvon,
   Vnd tantz'n nach meiner Pfeiffen thon.

The emperor

         Der Keyser.
Ich kundte das Reich gar wol mehren
   Mit streitten, fechten, Vnrecht wehren:
Nun hat der Tod vberwunden mich,
   Daß ich bin keinem Keyser gleich.

Death to the empress

Death to the empress
Death to the empress
         Der Tod.
Ich tantz euch vor, Fraw Keyserin,
   Springen hernach, der Tantz ist mein:
Ew'r Hoffleuth sind von euch gewichen,
   Der Tod hat euch hie auch erschlichen.

The empress

         Die Keyserin.
Viel Wollust hat mein stoltzer Leib,
   Ich lebt alß eines Keysers Weib:
Nun muß ich an disen Tantz kommen,
   Mir ist all Mut vnd Freud genommen.

Death to the king

Death to the king
Death to the king
         Der Tod.
Herr König, ew'r G'walt hat ein end,
   Ich führ euch hie bey meiner händ
An disen dürren Bruder-Tantz,
   Da gibt man euch des Todes Krantz.

The king

         Der König.
Ich hab gewaltiglich gelebt,
   Vnd in hohen Ehren gestrebt:
Nun bin ich in des Todes banden
   Verstricket sehr in seinen Handen.

Death to the queen

Death to the queen
Death to the queen
         Der Tod.
Fraw Königin, ew'r Freud ist auß,
   Springen mir nach ins Todtenhauß:
Euch hilfft kein Schöne, Gold noch Gelt:
   Ich spring mit euch in jene Welt.

The queen

         Die Königin.
O' weh vnd ach, ô weh vnd jmmer!
   Wo ist jetzund mein Frawenzimmer?
Mit denen ich hat freuden viel.
   O' Tod, thu g'mach, mit mir nicht eyl.

Death to the cardinal

Death to the cardinal
Death to the cardinal
         Der Tod.
Springen auff mit dem rohten Hut.
   Herr Cardinal, der Tantz ist gut:
Wol gesegnet habt jhr die Leyen,
   Jhr müßt auch jetzund an den Reyen.

The cardinal

         Der Cardinal.
Ich ware mit Bäpstlicher wahl
   Der heiligen Kirchen Cardinal:
Die Welt hielt mich in grossen Ehren,
   Noch mag ich mich s'Tods nicht erwehren.

Death to the bishop

Death to the bishop
Death to the bishop
         Der Tod.
Ewer Würde hat sich verkehrt,
   Herr Bischoff weyß vnd wolgelehrt,
Ich will euch in den Reyen ziehen,
   Jhr mögen dem Tod nicht entfliehen.

The bishop

         Der Bischoff.
Ich bin gar hoch geachtet worden,
   Dieweil ich lebt in Bischoffs Orden:
Nun ziehen mich die Vngeschaffnen
   An jhren Tantz, alß wie ein Affen.

Death to the duke

Death to the duke
Death to the duke
         Der Tod.
Habt jhr mit Frawen hoch gesprungen,
   Stoltzer Hertzog, ists euch wol g'lungen,
Das müßt jhr an dem Reyen büssen,
Wol her, g'lust euch die Todt'n zu grüssen.

The duke

         Der Hertzog.
O' mord, muß ich so flux darvon,
   Land, Leuth, Weib, Kind dahinden lon:
So erbarm sich Gott in seim Reych,
   Jetzund werd ich meim Täntzer gleich.

Death to the duchess

Death to the duchess
Death to the duchess
         Der Tod.
Fraw Hertzogin, seind wol gemuth,
   Ob jhr schon seind von edlem Blut,
Hoch geachtet auff diser Erd,
   Hab ich euch dennoch lieb vnd wärth.

The duchess

         Die Hertzogin.
Ach Gott der armen Lauten thon!
   Muß ich mit dem Greuling darvon?
Heut Hertzogin, vnd nimmermeh.
   Ach angst vnd noht, ô weh, ô weh!

Death to the count

Death to the count
Death to the count
         Der Tod.
Herr Graff, gebt mir das Bottenbrot,
   Es zeucht euch hin der bitter Tod:
Laßt euch nicht rewen Weib vnd Kind,
   Jhr müßt tantzen mit disem G'sind.

The count

         Der Graff.
In diser Welt was ich bekant,
   Darzu ein edler Graff genant,
Nun bin ich von dem Tod gefellt,
   Vnd her an disen Tantz gestellt.

Death to the abbot

Death to the abbot
Death to the abbot
         Der Tod.
Herr Abbt, ich zieh euch d'Ynfel ab,
   Deßhalb nutzt euch nicht mehr der Stab:
Seind jhr g'wesen ein guter Hirt
   Hie ewrer Schaaf, die Ehr euch wirdt.

The abbot

         Der Abbt.
Ich hat mich alß ein Abbt erhebt,
   Vnd lang in hohen Ehren g'lebt:
Auch satzt sich niemand wider mich:
   Dennoch bin ich dem Tode gleich.

Death to the knight

Death to the knight
Death to the knight
         Der Tod.
Herr Ritter, jhr sind angeschrieben,
   Ritterschafft die müssen jhr treiben
Mit dem Tode, vnd seinen Knechten,
   Es hilfft weder streitten, noch fechten.

The knight

         Der Ritter.
Ich alß ein strenger Ritter gut
   Hab der Welt dient mit hohem muth:
Nun bin ich wider Ritters Orden,
An disen Tantz gezwungen worden.

Death to the lawyer

Death to the lawyer
Death to the lawyer
         Der Tod.
Es hilfft da kein fund, noch hofieren,
   Kein Auffzug, oder Appellieren,
Der Tod zwinget alle Geschlecht,
   Darzu Geistlich vnd Weltlich Recht.

The lawyer

         Der Jurist.
Von Gott all Recht gegeben sind,
   Wie man die in den Büchern findt,
Kein Jurist soll dieselbig biegen,
   Die Lug hassen, die Warheit lieben.

Death to the senator

Death to the senator
Death to the senator
         Der Tod.
Sind jhr ein Herr g'wesen der Statt,
   Den man im Raht gebrauchet hat?
Habt jhr wol g'rahten, ists euch gut,
   Wirdt euch auch abziehen den Hut.

The senator

         Der Rahtsherr.
Ich hab mich g'flissen Tag vnd Nacht,
   Daß der G'mein Nutz werde betracht,
Sucht Reich vnd Armer Nutz vnd Ehr,
   Was mich gut dunckt, macht ich das mehr.

Death to the canon

Death to the canon
Death to the canon
         Der Tod.
Herr Chorpfaff habt jhr g'sungen vor
   Viel süß Gesang in ewerm Chor:
So mercken auff der Pfeiffen schall,
   Verkündet euch des Todes fall.

The canon

         Der Chorherr.
Ich sange alß ein Chorherr frey
   Von stimmen manche Melodey,
Des Todes Pfeiff ist dem vngleich,
   Sie hat so sehr erschrecket mich.

Death to the physician

Death to the physician
Death to the physician
         Der Tod.
Her Doctor b'schaw die Anatomey
   An mir, ob sie recht g'machet sey:
Dann du hast manchen auch hing'richt,
   Der eben gleich, wie ich jetz, sicht.

The physician

         Der Doctor.
Ich hab mit meinem Wasser b'schawen,
   Geholffen beyde Mann vnd Frawen:
Wer b'schawt mir nun das Wasser mein,
   Ich muß jetzt mit dem Tod dahin.

Death to the nobleman

Death to the nobleman
Death to the nobleman
         Der Tod.
Nun kommet her jhr edler Degen,
   Jhr müsset hie der Mannheit pflegen
Mit dem Tod der niemand verschont,
   Gesegnet euch, so wirdt euch g'lohnt.

The nobleman

         Der Kriegsmann.
Ich hab gar manchen Mann erschreckt,
   Der mit dem Harnisch was bedeckt:
Nun ficht mit mir der grimme Tod.
   Vnd bringt mich gar in grosse Noht.

Death to the noblewoman

Death to the noblewoman
Death to the noblewoman
         Der Tod.
Vom Adel Fraw laßt ewer pflantzen,
   Jhr müsset jetz hie mit mir tantzen.
Ich schon nicht ewers gelben Haar,
   Was secht jhr in den Spiegel klar.

The noblewoman

         Die Hoffart.
O' Angst vnd Noht, wie ist mir b'schehen!
   Den Tod hab ich im Spiegel g'sehen:
Mich hat erschreckt sein grewlich G'stalt,
   Daß mir das Hertz im Leib ist kalt.

Death to the merchant

Death to the merchant
Death to the merchant
         Der Tod.
Herr Kauffman, lasset ewer werben,
   Die zeit ist hie, jhr müssen sterben:
Der Tod nimpt weder Gelt noch Gut,
   Nun tantzen her mit freyem muth.

The merchant

         Der Kauffman.
Ich hat mich z'leben versorgt wol,
   Kysten vnd Kasten waren vol,
Der Tod hat meine Gaab verschmacht/
   Vnd mich vmb Leib vnd Leben bracht.

Death to the abbess

Death to the abbess
Death to the abbess
         Der Tod.
Gnädige Fraw Ebtissin rein,
   Wie habt jhr so ein Bäuchlin klein?
Doch will ich euch das nicht verweissen:
   Ich wolt mich eh in finger beissen.

The abbess

         Die Ebtissin.
Ich hab gelesen auß dem Psalter,
   In dem Chor vor dem Fronalter:
Nun will mich helffen hie kein betten,
   Ich muß hie dem Tod auch nach tretten.

Death to the cripple

Death to the cripple
Death to the cripple
         Der Tod.
Hincke auch her mit deiner Krucken,
   Der Tod will dich jetzund hinzucken:
Du bist der Welt gantz vnwärth sehr,
Komm auch an meinen Tantz hieher.

The cripple

         Der Krüppel.
Ein armer Krüppel hie auff Erd
   Zu einem Freund ist niemand wärth:
Aber der Tod will sein Freund seyn,
   Er nimpt jhn mit dem Reichen hin.

Death to the hermit

Death to the hermit
Death to the hermit
         Der Tod.
Bruder, komm du auß deiner Klauß,
   Halt still, ich lösch dir das Liecht auß:
D'rumb mach dich mit mir auff die fahrt
   Mit deinem weissen langen Bart.

The hermit

         Der Waldbruder.
Ich hab getragen lange zeit
   Ein härin Kleid, hilfft mich jetz nit:
Bin nicht sicher in meiner Klauß,
   Die Stund ist hie, mein G'bett ist auß.

Death to the young man

Death to the young man
Death to the young man
         Der Tod.
Jüngling, wo wilt du hin spatzieren,
   Ein andern weg will ich dich führen,
Allda wirst du dein Bulschafft finden:
   Das thu ich dir jetzund verkünden.

The young man

         Der Jüngling.
Mit schlemmen, demmen, vnd mit prassen,
   Des Nachts hofieren auff der Gassen,
Darinn hat ich mein muth vnd freud,
   Gedacht wenig an den Abscheid.

Death to the usurer

Death to the usurer
Death to the usurer
         Der Tod.
Dein Gold vnd Gelt sihe ich nicht an,
   Du Wucherer vnd gottloß Mann:
Christus hat dich das nicht gelehrt,
   Ein schwartzer Tod ist dein Geferdt

The usurer

         Der Wucherer.
Ich fragt nicht viel nach Christi Lehr,
   Mein Wucher der trug mir viel mehr:
Jetzt bleibt der Leiden all dahinden,
   Was hilfft mein schaben vnd mein schinden.

Death to the maid

Death to the maid
Death to the maid
         Der Tod.
Ach Jungfraw, ewer rohter Mund,
   Wirdt bleich jetzund zu diser stund!
Jhr sprungen gern mit jungen Knaben,
   Mit mir müßt jhr ein Vortantz haben.

The maid

         Die Jungfraw.
O' weh, wie grewlich hast mich g'fangen,
   Mir ist all muth vnd freud vergangen:
Zu tantzen g'lust mich nimmermeh,
   Ich fahr darvon, Ade, Ade.

Death to the minstrel

Death to the minstrel
Death to the minstrel
         Der Tod.
Was wöll'n wir für ein Täntzle haben,
   Den Bettler oder schwartzen Knaben?
Mein Kylbehans, s'Spiel wer nicht gantz,
   Werst du auch nicht an disem Tantz.

The minstrel

         Der Kylbekrämer.
Kein Kylb was mir wegs halb zu weit,
   Davon ich nicht hab bracht mein Beut:
Nun ists auß, weg muß ich mit noth,
   Die Pfeiff ist g'fallen mir ins koth.

Death to the herald

Death to the herald
Death to the herald
         Der Tod.
Herold in deiner rohten Kappen,
   Jetztmals muß ich dich auch ertappen:
Bey Fürsten warst du lieb vnd wärth,
   Dein Stab wirff von dir auff die Erd.

The herald

         Der Herold.
Dem Keyser was ich lieb vnd wärth,
   Von jhm hat ich Geschenck vnd Pferd:
Mein Reden hat manchen erschreckt,
   Nun hat der Tod mein schwätzen g'legt.

Death to the mayor

Death to the mayor
Death to the mayor
         Der Tod.
Herr Schultheiß auff, wann es ist zeit,
   Daß Leib vnd Seel mit einander streit:
Das thu ich auff der Leyren singen,
   Dem Liedlin mögen jhr nachspringen.

The mayor

         Der Schultheiß.
Mein Ampt hab ich mit fleiß versehen,
   Hoff es sey niemand Vnrecht b'schehen,
Am G'richt dem Reichen wie dem Armen.
   O' Gott, du wölst dich mein erbarmen!

Death to the executioner

Death to the executioner
Death to the executioner
         Der Tod.
Seind jhr der Herr Vogt vber s'Blut,
   Im rohten Rock vnd im Beltzhut?
Jhr sehen saur, kehr mich nicht dran,
Mein Vrtheil niemand brechen kan.

The executioner

         Der Blutvogt.
Im Ampt hab ich nicht braucht Gewalt,
   Was ich thet, was in Dieners g'stalt:
Durch mich ist g'schehen kein Vngleichs,
   D'rumb nennt man mich ein Vogt des Reichs.

Death to the fool

Death to the fool
Death to the fool
         Der Tod.
Wol auff Heyne, du must jetz springen,
   Schürtze dich auff, vnd laß dir lingen:
Dein Kolben magst jetz wol lahn bleiben,
   Mein Tantz wirdt dir den schweiß außtreiben.

The fool

         Der Narr.
O' weh, ich wolt gern Holtz aufftragen,
   Vnd allweg viermal werden g'schlagen
Vom Herren mein, vnd seinen Knechten,
   So muß ich mit dem Dürrling fechten.

Death to the peddler

Death to the peddler
Death to the peddler
         Der Tod.
Wolher Krämer du Groscheneyer,
   Du Leuthb'scheisser vnd Gassenschreyer,
Du must jetzmals mit mir darvon,
   Dein Hümpelkram eim andern lohn.

The peddler

         Der Krämer.
Ich bin gezogen durch die Welt,
   Vnd hab gelößt allerley Gelt,
Viel Thaler, Müntz, Kronen vnd Gulden:
   O' mord, wer zahlt mir jetz die Schulden!

Death to the blind man

Death to the blind man
Death to the blind man
         Der Tod.
Dein Wegzeiger schneid ich dir ab,
   Tritt sittlich falst mir sonst ins Grab,
Du armer blinder alter Stock,
   In deinem bösen bletzten Rock.

The blind man

         Der blind Mann.
Ein blinder Mann ein armer Mann,
Sein Muß vnd Brot nicht g'winnen kan,
Kondt nicht ein tritt gehn ohn mein Hund:
   Gott sey g'lobt, daß hie ist die Stund.

Death to the Jew

Death to the Jew
Death to the Jew
         Der Tod.
Hujum Jud, mach dich auff die fahrt,
   Deins Messiæ hast z'lang gewart:
Christus, welchen jhr habt ermürdt,
   Was der recht, jhr habt lang gejrrt.

The Jew

         Der Jud.
Ein Raby was ich der Geschrifft,
   Zog auß der Bibel nur das Gifft:
Gar wenig nach Messiam tracht,
   Hat mehr auff Schätz vnd Wucher acht:
   Dasselb mir in die Kuche bracht.

Death to the heathen

Death to the heathen
Death to the heathen
         Der Tod.
Kom falscher Heyd vnd gottloß Mann,
   Dein Abgott dir nicht helffen kan:
Den Teuffel hast für Gott geehrt,
   Derselb hat dein Gebett erhört.

The heathen

         Der Heyd.
Jupiter, Neptunus, vnd Pluton,
   Jhr höchsten Gött'r wolt mich nicht lohn:
Wann jhr all drey sind vnsterblich:
   Saturnus wolst erbarmen dich.

Death to the heathen woman

Death to the heathen woman
Death to the heathen woman
         Der Tod.
Ich kan, Heydin, fein artlich greiffen
   Ein Todten-Lied auff der Sackpfeiffen,
Dem must nachtantzen wie dein Mann,
   Rüffest du schon all Götter an.

The heathen woman

         Die Heydin.
Juno, Venus, vnd auch Pallas,
   Euch Göttin laßt's erbarmen, daß
Ich sterben muß, helfft mir auß Noth,
   Kein Segen hilffet für den Tod.

Death to the cook

Death to the cook
Death to the cook
         Der Tod.
Kom her Hans Koch, du must darvon,
   Wie bist so feißt, du kanst kaum gohn:
Hast du schon kocht viel süsser Schleck,
   Wirdt dir jetz saur, du must hinweg.

The cook

         Der Koch.
Ich hab kocht Hüner, Gänß vnd Fisch
   Meim Herren vielmal vber Tisch,
Wildbrät, Pastet vnd Marziban:
   O' weh meins Bauchs, ich muß darvan!

Death to the peasant

Death to the peasant
Death to the peasant
         Der Tod.
Du hast dein Tag g'habt Arbeit groß,
   Frühe vnd spath ohn vnderloß,
Dein Burde will ich dir abnemmen,
   Korb, Flegel, Dägen thu mir geben.

The peasant

         Der Bawr.
O' grimmer Tod, gib mir mein Hut,
   Mein Arbeit mir nicht mehr weh thut,
Die ich mein Tag je hab gethan,
   Was zeichst mich armen alten Mann.

Death to the child

Death to the child
Death to the child
         Der Tod.
Kreuch her Kind, du must tantzen lehren,
   Wäin oder klag, magst dich nicht wehren,
Hettest schon die Brust an deim Mund,
   So hilffts dich nicht zu diser stund.

The child

         Das Kind.
O' weh, mein liebes Mütterlin,
   Ein dürrer Mann zeucht mich dahin:
O' Mütterlin, wilt du mich lohn,
   Muß tantzen, vnd kan noch kaum stohn:
   Ach lehr mich vor im Kärrlin gohn.

Death to the mother and child

Death to the mother and child
Death to the mother and child
         Der Tod.
Ach Fräwlin, lasset ewer klagen,
   Tantzen dem Kind nach mit der Waglen:
Dann jhr möcht mir hie nicht entfliehen,
   Den Gasthut will ich euch abziehen.

The mother and child

         Des Kinds Mutter.
Ich hab mich allezeit ergeben
   In Tod, Hoff aber ewig's Leben:
Wiewol der Tod mich greifft hart an,
   Nimpt mich mit Kind, vnd sampt dem Mann.

Death to the painter

Death to the painter
Death to the painter
         Der Tod.
Hans Hug Kluber, laß mahlen stohn,
   Wir wöllen auch jetztmals darvon:
Dein Kunst, Müh, Arbeit hilfft dich nüt,
   Wann es geht dir, wie ander Leüth:
Hast du schon grewlich g'macht mein Leib,
   Wirst auch so g'stalt mit Kind vnd Weib:
Hab Gott vor Augen allezeit,
   Wirff Bensel hin, sampt dem Richtscheit.

The painter

         Der Mahler.
Mein Gott, du wollest bey mir stohn,
   Dieweil ich auch muß jetz darvon.
Mein Seel befihl ich in dein Händ,
   Wann die Stund kompt zu meinem End,
Vnd der Tod mir mein Seel außtreibt,
   Verhoff doch, mein Gedechtnuß bleibt,
So lang man diß Werck haltet schon.
   Behüt euch Gott, ich fahr darvon.
Vnd jhr meine Gesellen nun,
   Wöllen mir bald nachfolgen thun.

Death to the Turk

         Der Tod.
Du falscher Türck vnd grosser Hund,
   Es ist jetzund auch hie dein Stund,
Dein Mahomet hilfft dich nicht heut,
   Noch auch dein Bogen zu dem Streit,
Darzu dein Sebolt vnd dein Bundt,
   Must sterben wie ein andrer Hund.

The Turk

         Der Türck.
O' Mahomet, ich rüff dich an,
   Vnd mein gantz Geschlecht Solyman,
Die g'wunnen haben so viel Land,
   Wöllen mir hie thun ein Beystand,
In grösser Noht bin ich nie g'sin,
   Ich fahr darvon, weiß nicht wohin!

Hiemit die Rhym des Todten-Tantz,
   O' Satyre, sich enden gantz:
Doch zwey Verßlin so folgen nun,
   Ihn gantz vnd gar beschliessen thun.

Mit stiller Stund        Gehn wir zu grund.

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