Døden fra Lübeck

Her er den "nye" tekst fra Mariakirken i Lübeck skrevet i 1701 af Nathanael Schlott. Teksten findes i mange varianter, denne er taget fra Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, 1902.

Denne tekstudgave ser ud til at følge Mildes litografier og selve maleriet ganske nøje. F.eks. kalder næsten alle andre udgaver af teksten, den unge mand for "Jüngling", selvom der stod "Junggesell" på maleriet. De fleste andre tekster forsøger også at give spædbarnet en eller flere linjer, eller i det mindste en henvisning til et bibelcitat, men en sådan tekst fandtes ikke på maleriet.

Hertugen mangler, for han forsvandt i 1799.

Die Verse des Lübecker Todtentanzes.

Der Tod.

Heran ihr Sterblichen!
Dass Glass ist auss, heran!
Vom Höchsten in der Welt
bis zu dem Bauersmann!

Das Wegern ist ümbsonst,
ümbsonst ist alles Klagen.
Ihr müsset einen Tantz
nach meiner Pfeiffe wagen.


Der Tod.

Komm, alter Vater, komm, es muss geschieden sein,
Kreuch aus dem Vatikan in diesen Sarg hinein
Hier trägt dein Scheitel nicht das Gold von dreyer Cronen.
Der Hut ist viel zu hoch, du musst jetzt enger wohnen.

Der Papst.

Wie scheut der Tod den Blitz von meinem Banne nicht?
Hilft kein geweihtes Nass und kein geweihtes Licht?
So bleibt mir doch die Macht zu lösen und zu binden.
Wie sollt ich sterbend nicht den Himmelsschlüssel finden.


Der Tod.

Auf, grosser Kayser, auf! gesegne Reich und Welt
Und wisse, dass ich dir den letzten Tantz bestellt.
Mein alter Bund gilt mehr als Apfel, Schwerdt und Bullen
Wer mir Gesetze schreibt, mahlt eitel blinde Nullen.

Der Kayser.

Was hör ich? trägt der Tod für Göttern keine Scheu?
Sind Kaiser Cronen nicht für seiner Sichel frei?
Wohlan, so muss ich mich, ach hartes Wort! bequemen
Und von der dürren Hand den Reiches-Abschied nehmen.


Der Tod.

Reicht ungewegert her der Hände zartes Paar
Und wandert fort mit mir zu jener grossen Schar
Doch spart die Thränenfluth des bittern Scheidens wegen
Man wird euch den Gemahl bald an die Seite legen.

Die Kayserin.

Ist Zeit und Stunde da, so geb ich mich darein.
Und will auch sterbend dir, mein Kayser ähnlich seyn
Du kontest dich der Welt nicht stets als Sonne zeigen,
So muss sich auch der Mond zum Untergange neigen.


Der Tod.

Gieb gute Nacht der Welt, bestürtzter Cardinal!
Dein Ende rufet dich zur ungezählten Zahl.
Ich weiss nicht, was du dort wirst für ein Theil erlangen,
Das weiss ich, Sohn, du hast viel Gutes hier empfangen.

Der Cardinal.

Rom schenkte mir den Hut, der Hut trug Ehr und Geld
So baut ich sorgenfrey das Paradies der Welt
Inzwischen war mein Wunsch, auf Petri Stuhl zu rücken,
Und muss davor erblasst das Haupt zur Erde drücken.


Der Tod.

Denk an den wahren Spruch, den Syrach abgefasst:
Der heute König heist, liegt morgen ganz erblasst
Alssdann so kan man dich nicht mehr grossmächtig schreiben
Weil deine Macht zu schwach, die Würmer zu vertreiben.

Der König.

Steckt denn des Todes Faust auch Königen ihr Ziel?
So gleicht das Regiment dem Schach und Königsspiel.
Mein Scepter strekte sich von Süden biss zum Norden,
Nun bin ich durch den Tod besetzt und schachmat worden.


Der Tod.

Du lehnest dich ümbsonst auf deinen Hirtenstab.
Zerbricht das schwache Rohr, so taumelstu ins Grab
Alz den mag Menschenhand auff deinen Leichstein schreiben!
Ein Hirte kann nicht stets bey seiner Heerde bleiben.

Der Bischoff

Unsträfflich könt ich zwar, doch nicht unsterblich sein,
Drümb bricht der Tod mit Macht zu meinen Fenstern ein.
Nun wache wer da will, ich rüste mich zum Schlaffe
Und sage nichts als dies: Gehabt euch wohl ihr Schaaffe.


Der Tod.

Hör Abt! die Glocke schlägt, die dich zu Bette ruft
Nun tanze fort mit mir zu der bestimmten Gruft
Inzwischen lass die Furcht der Einsamkeit verschwinden.
Dort wirst du ein Convent von tausend Brüdern finden.

Der Abbt.

Zu steigen war mein Wunsch biss dass ich Ehrensatt
Ach aber ach! wie bald kehrt sich mein Hoffnungsblatt!
Indem ich Nacht und Tag nach stoltzen Titeln schnappe
Erhascht ein schneller Tod mich bey der schwarzen Kappe.


Der Tod.

Wirff ab den schweren Rock, womit der Leib bedeckt,
Und den polierten Stahl, der in der Scheide steckt!
Kein Eisen schützet dich für meinen scharffen Pfeilen
Du musst mit mir zum Tantz in leichter Rüstung eilen.

Der Ritter.

Ihr Helden schauet mich in diesen Waffen an!
So focht ich als ein Low, so stund ich als ein Mann
Biss dass mein Gegenpart gestrecket lag zur Erden
Nun will der letzte Feind an mir zum Ritter werden.


Der Tod.

Fort, Bruder, folge mir zur allgemeinen Ruh.
Und schleuss die Augen so wie dein Gebet-Buch zu
Kannstu nun dort, alss hier in weiss gekleidet stehn,
So wirstu an den Tod alss wie zum Tanze gehn.

Der Karthäuser Mönch.

Mein strenger Orden schreibt mir tausend Regeln für,
Jetzt greift der Tod mich an und ruffet: Folge mir!
Wolan, ich bin bereit, mein Closter zu verlassen.
Wenn ich die Regel nur der Sterbekunst kan fassen.


Der Tod.

Ihr Bürger zürnet nicht, wen durch Versehungs-Schluss
Der Bürger-Meister selbst mit an den Reyhen muss.
Dem der zu eurem Heyl so offt das Recht gesprochen
Wird doch durch meine Faust zuletz der Stab gebrochen.

Der Bürger-Meister.

Ich hab vors Vatterland mein Leben abgenützt
Den Ruhstand dieser Stadt und Bürger-Recht beschützt
Ich fürchte nicht den Todt, den wen ich hier erkalte,
So weiss ich, dass ich dort dass Bürger-Recht behalte.


Der Tod.

Ihr habet an dem Dom doch nicht ein bleibend Hauss,
Und müsst auff einen Wink mit Seel und Leib herauss
So werdet ihr zwar hir, dort aber nicht vertrieben.
Wenn euch der Himmel bleibt alss Eigenthum verschrieben.

Der Thumherr.

Den Jonam warff ein Fisch, doch lebend an den Strand.
Mich wirft des Todes Stoss in jenes Vaterland.
Ihr Menschen, bauet doch die Häuser nicht so feste
Dort seid ihr erst daheim hir aber fremde Gäste.


Der Tod.

Was hilfft es deiner Faust, die manches Stück erjagd,
Wenn man dies wahre Wort nach deinem Hintritt sagt,
Dem Jäger ist es so, wie seinem Wild ergangen,
Denn jenes ward durch ihn, er durch den Tod gefangen.

Der Edelmann.

Ich war auff nichts so sehr als auff die Jagd verpicht,
Die Sonne fand mich zwar, doch in den Federn nicht,
Kein Wild entwischte mir in dickbelaubten Püschen,
Jetzt kan ich leyder selbst dem Tode nicht entwischen.


Der Tod.

Beschaue dich nur selbst und nicht dein Kranken-Glass
Da bist dem Körper nach so dauerhaft, alss das,
Ein Stoss zerbricht das Glass, der Mensch zerfällt im Sterben,
Was findet man hernach von beyden? nichts alss Scherben.

Der Artzt.

Verlässt mich meine Kunst, alssdann gesteh ich frey
Dass zwischen Glass und Mensch kein Unterscheid nicht sey.
Ihr Brüder sucht ümbsonst in Garten, Thälern, Gründen,
Umb für die letzte Noth ein Recipe zu finden.


Der Tod.

Ich fordere deinen Rest alss meinen Zinss von dir,
Zahl ab und lass die Last des schweren Beutels hier,
Ein Geitzhals hat noch nie den Geldsack mitgenommen
Warümb? Weil kein Kameel dürchs Nadel-Öhr kan kommen.

Der Wucherer.

War ist's, ich liebte nichts, alss Wucher und Gewinn,
Und merkte, dass ich arm beym Reichthum worden bin.
Mein Capital ist fort, die Zinsen sind zerstoben
Ach! Hätt' ich einen Schatz im Himmel aufgehoben!


Der Tod.

Ihr Armen, seid getrost! Tantzt gleich der Mann mit mir,
So bleibt sein Beutel doch zu euerm Vortheil hier.
Nun suchet, wo ihr könt den Antheil von Praebenden.
Ich eile, seinen Leib den Würmern auszuspenden.

Der Capellan.

Ich diente dem Altar und dieser diente mir
Er gab mir Unterhalt, und ich war seine Zier,
Den Beutel trug ich zwar, doch nicht auff Judas Weise,
Drüm bin ich auch so leicht zur letzten Todesreise.


Der Tod.

Du zeigest nach Gebrauch ein saures Amptsgesicht
Jedoch was acht ich das? Ich bin kein Bauer nicht
Muss dieser schon dein Ampt gantz tieft gebücket ehren,
So ruf ich: Amptman, fort! Du solt den Reihen mehren.

Der Amptman.

Den Bauern schafft ich Recht, den Obern war ich treu,
So blieb mein Wandel rein und mein Gewüssen frey.
Nun merk ich, dass der Tod die Tugend wenig schätzet,
Er ruffet: Fort mit dir! man hat dich abgesetzet.


Der Tod.

Der Schlüssel, den man dir zu Kirch und Altar gab,
Schleusst meinen Schluss nicht auff, bereite nur dein Grab,
Nichts hilfft das Uhrwerck dir in meinem Zeit-Register
Da heisst es: Fort! du sayst der Kayser oder Küster.

Der Küster.

Da man am Gottes-Hauss zum Hüter mich erwehlt,
Hab ich die Zeit und Stund am Uhrwerck abgezehlt,
An diesem will mir nun der Tod den Abscheid weisen,
Drum muss ich zu dem Dienst der ewigen Hütten reisen.


Der Tod

Denck an den Banquerot, den Adam längst gemacht,
der setzet dich in Schuld und hat mich hergebracht
Zahl auss und liefer mir den Antheil meiner Waare,
So viel ich fassen kan auff einer Leichenbaare.

Der Kauffmann.

Der letzte Mahner kömmpt mich trotzig angerennt,
Doch bin ich nicht fallit, hier ist mein Testament:
Den Geist vermach ich Gott, das Gut den rechten Erben,
Dem Satan meine Schuld, den Leib dem Tod im Sterben.


Der Tod.

Was kerkerstu dich selbst in enge Cleusen ein?
Bistu ein Mensch und magst doch nicht bey Menschen sein?
Lass, alter Wunder Kopff, den Schwarm der Grillen fliegen
Du musst, gestorben, doch bey deines Gleichen liegen.

Der Cläusner.

Ich war ein Mensch und doch den Menschen nicht geneigt,
Weil manches Menschen Hertz des Teuffels Bildniss zeigt
Nun komm, erwünschter Tod, du machest mir kein Grauen,
Viel lieber will ich dich, alss Menschen Unart, schauen.


Der Tod.

Her, Landsmann an den Tanz von Müh und Arbeit heiss!
So schwitzestu zuletzt den kalten Todes Schweiss,
Lass Andere seyn bemüht mit Pflügen, Dreschen, Graben,
Dein saurer Lebenstag soll Feyerabend haben.

Der Bauer.

Ich trug mit Ungemach des Tages Last und Noth
Und ass, von Schweiss bedeckt, mein schwerverdientes Brod,
Doch nun mein Führer mich zur Ruhe denkt zu bringen,
Sagt, kan ich nicht vergnügt das Consummatum singen?


Der Tod.

Ihr Nymphen, die ihr hier den frischen Jüngling schaut,
Wünscht ihr durch ihn vielleicht zu heissen Jungfer Braut?
Ümbsonst ! die Rechnung wird euch miteinander triegen,
Ich werd ihn in der That, ihr in Gedanken kriegen.

Der Junggesell.

So soll ich an den Tanz? wer hätte das gedacht?
Ich, der ich manches Schloss, doch in der Lufft, gemacht?
Nun wird mein Hoffnungsbau frühzeitig eingerissen
Ich wolte bald die Braut, und muss die Mutter küssen.


Der Tod.

Ich halte, wie die Welt, von Complimenten, nicht;
Muss, heist mein hartes Wort, das Stahl und Eisen bricht
Und warümb wollt ihr mir den letzten Gang versagen?
Die Jungfern pflegen sonst kein Täntzgen abzuschlagen.

Die Jungfrau.

Ich folge, weil ich muss, ich tantze wie ich kan.
Ihr Schwestern, wehlet euch bey Zeiten einen Man,
So reichet ihr die Faust dem Bräutigam im Leben,
Die ich dem Tode muss, doch halb, gezwungen geben.


Der Tod.

Nim, zarter Säugling, an den frühen Sensenschlag,
Und schlaff hernach vergnügt biss an den jüngsten Tag.
Wohl dem, der zeitig fällt in meine dürren Hände!
So krönt den Anfang schon ein hochbeglücktes Ende.


anno 1701 im May.

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