Todten-Tanz, 1744, teksten

Gross, Urbis Basil., 1623
Gross, Urbis Basil., 1623

Her følger teksten fra Johann Georg Gross's bog Urbis Basil. epitaphia et inscriptiones omnium templorum, curiæ, academ. & aliar. ædium public fra 1625. Dødedansen er på side 423-438.

Illustrationerne er fra Merians 1649-udgave.

Esajas
Esajas

Esajas

Wahrnung Esaie am 40. Cap.
Es spricht der Prophet Esaias /
   Daß alles Fleisch ist Höw vnd Graß /
Sein Schöne wie die Blum im Feld /
   Das Graß verdorrt / die Blum wirdt welck:
Vergleicht s'Volck dem Graß auff der Heid /
   Wenn s'Herren Athem sie anwäyt /
Die Blum verryßt / das Graß verdorrt /
   Doch bleibt in ewigkeit sein Wort.

Job

Trost des Jobs am 19. Cap.
Ich weiß / daß mein Heiland thut leben
   Christus / der mir hat s'Leben geben /
Wirdt mich auß der Erden erwecken /
   Mein Gebein mit der Haut bedecken:
Vnd wirdt mein Fleisch Gott leben sehen /
   Mit meinen Augen wirdts beschehen.

Ein anders Trostsprüchlein.
Was lebt / das stirbt durch Adams noht:
   Was stirbt / das lebt durch Christi tod.

Prædikanten
Prædikanten

Prædikanten

Der Prediger spricht Danielis am 12. Cap.
Viel auß den / die im Staub der Erden
   Schlaffen / die sollen wider werden
Erwachen: ein theil ewig leben /
   Dem andern theil will er geben
Ein hart Vrtheil zu ewig'r Schmoch:
   Die müssen aber kommen hoch /
Welch andere haben bericht fein /
   Werden glantz'n wie des Himmels schein:
Dise aber werden gepriesen /
   So die Meng zur Frombkeit gewiesen /
Scheinen wie d'Stern am Firmament /
   Werden seyn ewiglich ohn end.

Benhuset
Benhuset

Benhuset

Andere Verßlin.
O' Mensch betracht / Vnd nicht veracht
   Hie die Figur / All Creatur
Die nimpt der Tod Frühe vnd spoht /
Gleich wie die Blum Im Feld zergoht.

Døden til paven
Døden til paven

Døden til paven

Der Tod.
Kompt heilger Vatter wärther Mann /
   Ein Vortantz müßt jhr mit mir han:
Der Ablaß euch nicht hilfft darvon /
   Das zweyfach Creutz / vnd dreyfach Cron.

Paven

Papsts Antwort.
Heilig was ich auff Erd genant /
   Ohn Gott der höchst führt ich mein Stand.
Der Ablaß thet mir gar wol lohnen /
   Noch will der Tod mein nicht verschonen.

Døden til kejseren
Døden til kejseren

Døden til kejseren

Der Tod.
Herr Keyser mit dem grawen Bart /
   Ew'r Rew habt jhr zu lang gespart /
D'rumb sperrt euch nicht / jhr müßt darvon /
   Vnd tantz'n nach meiner Pfeiffen thon.

Kejseren

Der Keyser.
Ich kundte das Reich gar wol mehren
   Mit streitten / fechten / Vnrecht wehren:
Nun hat der Tod vberwunden mich /
   Daß ich bin keinem Keyser gleich.

Døden til kejserinden
Døden til kejserinden

Døden til kejserinden

Der Tod.
Ich tantz euch vor / Fraw Keyserin /
   Springen hernach / der Tantz ist mein:
Ew'r Hoffleuth sind von euch gewichen /
   Der Tod hat euch hie auch erschlichen.

Kejserinden

Die Keyserin.
Viel Wollust hat mein stoltzer Leib /
   Ich lebt alß eines Keysers Weib:
Nun muß ich an disen Tantz kommen /
   Mir ist all Mut vnd Freud genommen.

Døden til kongen
Døden til kongen

Døden til kongen

Der Tod.
Herr König / ew'r G'walt hat ein end /
   Ich führ euch hie bey meiner händ
An disen dürren Bruder-Tantz /
   Da gibt man euch des Todes Krantz.

Kongen

Der König.
Ich hab gewaltiglich gelebt /
   Vnd in hohen Ehren gestrebt:
Nun bin ich in des Todes banden
   Verstricket sehr in seinen Handen.

Døden til dronningen
Døden til dronningen

Døden til dronningen

Der Tod.
Fraw Königin / ew'r Freud ist auß /
   Springen mir nach ins Todtenhauß:
Euch hilfft kein Schöne / Gold noch Gelt:
   Ich spring mit euch in jene Welt.

Dronningen

Die Königin.
O' weh vnd ach / ô weh vnd jmmer!
   Wo ist jetzund mein Frawenzimmer?
Mit denen ich hat freuden viel.
   O' Tod / thu g'mach / mit mir nicht eyl.

Døden til kardinalen
Døden til kardinalen

Døden til kardinalen

Der Tod.
Springen auff mit dem rohten Hut /
   Herr Cardinal / der Tantz ist gut:
Wol gesegnet habt jhr die Leyen /
   Jhr müßt auch jetzund an den Reyen.

Kardinalen

Der Cardinal.
Ich ware mit Bäpstlicher wahl
   Der heiligen Kirchen Cardinal:
Die Welt hielt mich in grossen Ehren /
   Noch mag ich mich s'Tods nicht erwehren.

Døden til biskoppen
Døden til biskoppen

Døden til biskoppen

Der Tod.
Ewer Würde hat sich verkehrt /
   Herr Bischoff weyß vnd wolgelehrt /
Ich will euch in den Reyen ziehen /
   Jhr mögen dem Tod nicht entfliehen.

Biskoppen

Der Bischoff.
Ich bin gar hoch geachtet worden /
   Dieweil ich lebt in Bischoffs Orden:
Nun ziehen mich die Vngeschaffnen
   An jhren Tantz / alß wie ein Affen.

Døden til hertugen
Døden til hertugen

Døden til hertugen

Der Tod.
Habt jhr mit Frawen hoch gesprungen /
   Stoltzer Hertzog / ists euch wol g'lungen /
Das müßt jhr an dem Reyen büssen /
Wol her / g'lust euch die Todt'n zu grüssen.

Hertugen

Der Hertzog.
O' mord / muß ich so flux darvon /
   Land / Leuth / Weib / Kind dahinden lon:
So erbarm sich Gott in seim Reych /
   Jetzund werd ich meim Täntzer gleich.

Døden til hertuginden
Døden til hertuginden

Døden til hertuginden

Der Tod.
Fraw Hertzogin / seind wol gemuth /
   Ob jhr schon seind von edlem Blut /
Hoch geachtet auff diser Erd /
   Hab ich euch dennoch lieb vnd wärth.

Hertuginden

Die Hertzogin.
Ach Gott der armen Lauten thon!
   Muß ich mit dem Greuling darvon?
Heut Hertzogin / vnd nimmermeh.
   Ach angst vnd noht / ô weh / ô weh!

Døden til greven
Døden til greven

Døden til greven

Der Tod.
Herr Graff / gebt mir das Bottenbrot /
   Es zeucht euch hin der bitter Tod:
Laßt euch nicht rewen Weib vnd Kind /
   Jhr müßt tantzen mit disem G'sind.

Greven

Der Graff.
In diser Welt was ich bekant /
   Darzu ein edler Graff genant /
Nun bin ich von dem Tod gefellt /
   Vnd her an disen Tantz gestellt.

Døden til abbeden
Døden til abbeden

Døden til abbeden

Der Tod.
Herr Abbt / ich zieh euch d'Ynfel ab /
   Deßhalb nutzt euch nicht mehr der Stab:
Seind jhr g'wesen ein guter Hirt
   Hie ewrer Schaaf / die Ehr euch wirdt.

Abbeden

Der Abbt.
Ich hat mich alß ein Abbt erhebt /
   Vnd lang in hohen Ehren g'lebt:
Auch satzt sich niemand wider mich:
   Dennoch bin ich dem Tode gleich.

Døden til ridderen
Døden til ridderen

Døden til ridderen

Der Tod.
Herr Ritter / jhr sind angeschrieben /
   Ritterschafft die müssen jhr treiben
Mit dem Tode / vnd seinen Knechten /
   Es hilfft weder streitten / noch fechten.

Ridderen

Der Ritter.
Ich alß ein strenger Ritter gut
   Hab der Welt dient mit hohem muth:
Nun bin ich wider Ritters Orden /
An disen Tantz gezwungen worden.

Døden til juristen
Døden til juristen

Døden til juristen

Der Tod.
Es hilfft da kein fund / noch hofieren /
   Kein Auffzug / oder Appellieren /
Der Tod zwinget alle Geschlecht /
   Darzu Geistlich vnd Weltlich Recht.

Juristen

Der Jurist.
Von Gott all Recht gegeben sind /
   Wie man die in den Büchern findt /
Kein Jurist soll dieselbig biegen /
   Die Lug hassen / die Warheit lieben.

Døden til rådsherren
Døden til rådsherren

Døden til rådsherren

Der Tod.
Sind jhr ein Herr g'wesen der Statt /
   Den man im Raht gebrauchet hat?
Habt jhr wol g'rahten / ists euch gut /
   Wirdt euch auch abziehen den Hut.

Rådsherren

Der Rahtsherr.
Ich hab mich g'flissen Tag vnd Nacht /
   Daß der G'mein Nutz werde betracht /
Sucht Reich vnd Armer Nutz vnd Ehr /
   Was mich gut dunckt / macht ich das mehr.

Døden til kannikken
Døden til kannikken

Døden til kannikken

Der Tod.
Herr Chorpfaff habt jhr g'sungen vor
   Viel süß Gesang in ewerm Chor:
So mercken auff der Pfeiffen schall /
   Verkündet euch des Todes fall.

Kannikken

Der Chorherr.
Ich sange alß ein Chorherr frey
   Von stimmen manche Melodey /
Des Todes Pfeiff ist dem vngleich /
   Sie hat so sehr erschrecket mich.

Døden til lægen
Døden til lægen

Døden til lægen

Der Tod.
Her Doctor b'schaw die Anatomey
   An mir / ob sie recht g'machet sey:
Dann du hast manchen auch hing'richt /
   Der eben gleich / wie ich jetz / sicht.

Lægen

Der Doctor.
Ich hab mit meinem Wasser b'schawen /
   Geholffen beyde Mann vnd Frawen:
Wer b'schawt mir nun das Wasser mein /
   Ich muß jetzt mit dem Tod dahin.

Døden til adelsmanden
Døden til adelsmanden

Døden til adelsmanden

Der Tod.
Nun kommet her jhr edler Degen /
   Jhr müsset hie der Mannheit pflegen
Mit dem Tod der niemand verschont /
   Gesegnet euch / so wirdt euch g'lohnt.

Adelsmanden

Der Kriegsmann.
Ich hab gar manchen Mann erschreckt /
   Der mit dem Harnisch was bedeckt:
Nun ficht mit mir der grimme Tod.
   Vnd bringt mich gar in grosse Noht.

Døden til adelsdamen
Døden til adelsdamen

Døden til adelsdamen

Der Tod.
Vom Adel Fraw laßt ewer pflantzen /
   Jhr müsset jetz hie mit mir tantzen.
Ich schon nicht ewers gelben Haar /
   Was secht jhr in den Spiegel klar.

Adelsdamen

Die Hoffart.
O' Angst vnd Noht / wie ist mir b'schehen!
   Den Tod hab ich im Spiegel g'sehen:
Mich hat erschreckt sein grewlich G'stalt /
   Daß mir das Hertz im Leib ist kalt.

Døden til købmanden
Døden til købmanden

Døden til købmanden

Der Tod.
Herr Kauffman / lasset ewer werben /
   Die zeit ist hie / jhr müssen sterben:
Der Tod nimpt weder Gelt noch Gut /
   Nun tantzen her mit freyem muth.

Købmanden

Der Kauffman.
Ich hat mich z'leben versorgt wol /
   Kysten vnd Kasten waren vol /
Der Tod hat meine Gaab verschmacht/
   Vnd mich vmb Leib vnd Leben bracht.

Døden til abbedissen
Døden til abbedissen

Døden til abbedissen

Der Tod.
Gnädige Fraw Ebtissin rein /
   Wie habt jhr so ein Bäuchlin klein?
Doch will ich euch das nicht verweissen:
   Ich wolt mich eh in finger beissen.

Abbedissen

Die Ebtissin.
Ich hab gelesen auß dem Psalter /
   In dem Chor vor dem Fronalter:
Nun will mich helffen hie kein betten /
   Ich muß hie dem Tod auch nach tretten.

Døden til krøblingen
Døden til krøblingen

Døden til krøblingen

Der Tod.
Hincke auch her mit deiner Krucken /
   Der Tod will dich jetzund hinzucken:
Du bist der Welt gantz vnwärth sehr /
Komm auch an meinen Tantz hieher.

Krøblingen

Der Krüppel.
Ein armer Krüppel hie auff Erd
   Zu einem Freund ist niemand wärth:
Aber der Tod will sein Freund seyn /
   Er nimpt jhn mit dem Reichen hin.

Døden til eremitten
Døden til eremitten

Døden til eremitten

Der Tod.
Bruder / komm du auß deiner Klauß /
   Halt still / ich lösch dir das Liecht auß:
D'rumb mach dich mit mir auff die fahrt
   Mit deinem weissen langen Bart.

Eremitten

Der Waldbruder.
Ich hab getragen lange zeit
   Ein härin Kleid / hilfft mich jetz nit:
Bin nicht sicher in meiner Klauß /
   Die Stund ist hie / mein G'bett ist auß.

Døden til den unge mand
Døden til den unge mand

Døden til den unge mand

Der Tod.
Jüngling / wo wilt du hin spatzieren /
   Ein andern weg will ich dich führen /
Allda wirst du dein Bulschafft finden:
   Das thu ich dir jetzund verkünden.

Den unge mand

Der Jüngling.
Mit schlemmen / demmen / vnd mit prassen /
   Des Nachts hofieren auff der Gassen /
Darinn hat ich mein muth vnd freud /
   Gedacht wenig an den Abscheid.

Døden til ågerkarlen
Døden til ågerkarlen

Døden til ågerkarlen

Der Tod.
Dein Gold vnd Gelt sihe ich nicht an /
   Du Wucherer vnd gottloß Mann:
Christus hat dich das nicht gelehrt /
   Ein schwartzer Tod ist dein Geferdt

Ågerkarlen

Der Wůcherer.
Ich fragt nicht viel nach Christi Lehr /
   Mein Wucher der trug mir viel mehr:
Jetzt bleibt der Leiden all dahinden /
   Was hilfft mein schaben vnd mein schinden.

Døden til jomfruen
Døden til jomfruen

Døden til jomfruen

Der Tod.
Ach Jungfraw / ewer rohter Mund /
   Wirdt bleich jetzund zu diser stund!
Jhr sprungen gern mit jungen Knaben /
   Mit mir müßt jhr ein Vortantz haben.

Jomfruen

Die Jungfraw.
O' weh / wie grewlich hast mich g'fangen /
   Mir ist all muth vnd freud vergangen:
Zu tantzen g'lust mich nimmermeh /
   Ich fahr darvon / Ade / Ade.

Døden til musikanten
Døden til musikanten

Døden til musikanten

Der Tod.
Was wöll'n wir für ein Täntzle haben /
   Den Bettler oder schwartzen Knaben?
Mein Kylbehans / s'Spiel wer nicht gantz /
   Werst du auch nicht an disem Tantz.

Musikanten

Der Kylbekrämer.
Kein Kylb was mir wegs halb zu weit /
   Davon ich nicht hab bracht mein Beut:
Nun ists auß / weg muß ich mit noth /
   Die Pfeiff ist g'fallen mir ins koth.

Døden til herolden
Døden til herolden

Døden til herolden

Der Tod.
Herold in deiner rohten Kappen /
   Jetztmals muß ich dich auch ertappen:
Bey Fürsten warst du lieb vnd wärth /
   Dein Stab wirff von dir auff die Erd.

Herolden

Der Herold.
Dem Keyser was ich lieb vnd wärth /
   Von jhm hat ich Geschenck vnd Pferd:
Mein Reden hat manchen erschreckt /
   Nun hat der Tod mein schwätzen g'legt.

Døden til borgmesteren
Døden til borgmesteren

Døden til borgmesteren

Der Tod.
Herr Schultheiß auff / wann es ist zeit /
   Daß Leib vnd Seel mit einander streit:
Das thu ich auff der Leyren singen /
   Dem Liedlin mögen jhr nachspringen.

Borgmesteren

Der Schultheiß.
Mein Ampt hab ich mit fleiß versehen /
   Hoff es sey niemand Vnrecht b'schehen /
Am G'richt dem Reichen wie dem Armen.
   O' Gott / du wölst dich mein erbarmen!

Døden til bøddelen
Døden til bøddelen

Døden til bøddelen

Der Tod.
Seind jhr der Herr Vogt vber s'Blut /
   Im rohten Rock vnd im Beltzhut?
Jhr sehen saur / kehr mich nicht dran /
Mein Vrtheil niemand brechen kan.

Bøddelen

Der Blůtvogt.
Im Ampt hab ich nicht braucht Gewalt /
   Was ich thet / was in Dieners g'stalt:
Durch mich ist g'schehen kein Vngleichs /
   D'rumb nennt man mich ein Vogt des Reichs.

Døden til narren
Døden til narren

Døden til narren

Der Tod.
Wol auff Heyne / du must jetz springen /
   Schürtze dich auff / vnd laß dir lingen:
Dein Kolben magst jetz wol lahn bleiben /
   Mein Tantz wirdt dir den schweiß außtreiben.

Narren

Der Narr.
O' weh / ich wolt gern Holtz aufftragen /
   Vnd allweg viermal werden g'schlagen
Vom Herren mein / vnd seinen Knechten /
   So muß ich mit dem Dürrling fechten.

Døden til kræmmeren
Døden til kræmmeren

Døden til kræmmeren

Der Tod.
Wolher Krämer du Groscheneyer /
   Du Leuthb'scheisser vnd Gassenschreyer /
Du must jetzmals mit mir darvon /
   Dein Hümpelkram eim andern lohn.

Kræmmeren

Der Krämer.
Ich bin gezogen durch die Welt /
   Vnd hab gelößt allerley Gelt /
Viel Thaler / Müntz / Kronen vnd Gulden:
   O' mord / wer zahlt mir jetz die Schulden!

Døden til den blinde mand
Døden til den blinde mand

Døden til den blinde mand

Der Tod.
Dein Wegzeiger schneid ich dir ab /
   Tritt sittlich falst mir sonst ins Grab /
Du armer blinder alter Stock /
   In deinem bösen bletzten Rock.

Den blinde mand

Der blind Mann.
Ein blinder Mann ein armer Mann /
Sein Muß vnd Brot nicht g'winnen kan /
Kondt nicht ein tritt gehn ohn mein Hund:
   Gott sey g'lobt / daß hie ist die Stund.

Døden til jøden
Døden til jøden

Døden til jøden

Der Tod.
Hujum Jud / mach dich auff die fahrt /
   Deins Messie hast z'lang gewart:
Christus / welchen jhr habt ermürdt /
   Was der recht / jhr habt lang gejrrt.

Jøden

Der Jud.
Ein Raby was ich der Geschrifft /
   Zog auß der Bibel nur das Gifft:
Gar wenig nach Messiam tracht /
   Hat mehr auff Schätz vnd Wucher acht:
   Dasselb mir in die Kuche bracht.

Døden til hedningen
Døden til hedningen

Døden til hedningen

Der Tod.
Kom falscher Heyd vnd gottloß Mann /
   Dein Abgott dir nicht helffen kan:
Den Teuffel hast für Gott geehrt /
   Derselb hat dein Gebett erhört.

Hedningen

Der Heyd.
Jupiter, Neptunus, vnd Pluton,
   Jhr höchsten Gött'r wolt mich nicht lohn:
Wann jhr all drey sind vnsterblich:
   Saturnus wolst erbarmen dich.

Døden til den hedenske kvinde
Døden til den hedenske kvinde

Døden til den hedenske kvinde

Der Tod.
Ich kan / Heydin / fein artlich greiffen
   Ein Todten=Lied auff der Sackpfeiffen /
Dem must nachtantzen wie dein Mann /
   Rüffest du schon all Götter an.

Den hedenske kvinde

Die Heydin.
Juno, Venus, vnd auch Pallas,
   Euch Göttin laßt's erbarmen / daß
Ich sterben muß / helfft mir auß Noth /
   Kein Segen hilffet für den Tod.

Døden til kokken
Døden til kokken

Døden til kokken

Der Tod.
Kom her Hans Koch / du must darvon /
   Wie bist so feißt / du kanst kaum gohn:
Hast du schon kocht viel süsser Schleck /
   Wirdt dir jetz saur / du must hinweg.

Kokken

Der Koch.
Ich hab kocht Hüner / Gänß vnd Fisch
   Meim Herren vielmal vber Tisch /
Wildbrät / Pastet vnd Marziban:
   O' weh meins Bauchs / ich muß darvan!

Døden til bonden
Døden til bonden

Døden til bonden

Der Tod.
Du hast dein Tag g'habt Arbeit groß /
   Frühe vnd spath ohn vnderloß /
Dein Burde will ich dir abnemmen /
   Korb / Flegel / Dägen thu mir geben.

Bonden

Der Bawr.
O' grimmer Tod / gib mir mein Hut /
   Mein Arbeit mir nicht mehr weh thut /
Die ich mein Tag je hab gethan /
   Was zeichst mich armen alten Mann.

Døden til barnet
Døden til barnet

Døden til barnet

Der Tod.
Kreuch her Kind / du must tantzen lehren /
   Wäin oder klag / magst dich nicht wehren /
Hettest schon die Brust an deim Mund /
   So hilffts dich nicht zu diser stund.

Barnet

Das Kind.
O' weh / mein liebes Mütterlin /
   Ein dürrer Mann zeucht mich dahin:
O' Mütterlin / wilt du mich lohn /
   Muß tantzen / vnd kan noch kaum stohn:
   Ach lehr mich vor im Kärrlin gohn.

Døden til mor og barn
Døden til mor og barn

Døden til mor og barn

Der Tod.
Ach Fräwlin / lasset ewer klagen /
   Tantzen dem Kind nach mit der Waglen:
Dann jhr möcht mir hie nicht entfliehen /
   Den Gasthut will ich euch abziehen.

Moderen og barnet

Des Kinds Mutter.
Ich hab mich allezeit ergeben
   In Tod / Hoff aber ewig's Leben:
Wiewol der Tod mich greifft hart an /
   Nimpt mich mit Kind / vnd sampt dem Mann.

Døden til maleren
Døden til maleren

Døden til maleren

Der Tod.
Hans Hug Kluber / laß mahlen stohn /
   Wir wöllen auch jetztmals darvon:
Dein Kunst / Müh / Arbeit hilfft dich nüt /
   Wann es geht dir / wie ander Leüth:
Hast du schon grewlich g'macht mein Leib /
   Wirst auch so g'stalt mit Kind vnd Weib:
Hab Gott vor Augen allezeit /
   Wirff Bensel hin / sampt dem Richtscheit.

Maleren

Der Mahler.
Mein Gott / du wollest bey mir stohn /
   Dieweil ich auch muß jetz darvon.
Mein Seel befihl ich in dein Händ /
   Wann die Stund kompt zu meinem End /
Vnd der Tod mir mein Seel außtreibt /
   Verhoff doch / mein Gedechtnuß bleibt /
So lang man diß Werck haltet schon.
   Behüt euch Gott / ich fahr darvon.
Vnd jhr meine Gesellen nun /
   Wöllen mir bald nachfolgen thun.

Døden til tyrkeren

Der Tod.
Du falscher Türck vnd grosser Hund /
   Es ist jetzund auch hie dein Stund /
Dein Mahomet hilfft dich nicht heut /
   Noch auch dein Bogen zu dem Streit /
Darzu dein Sebolt vnd dein Bundt /
   Must sterben wie ein andrer Hund.

Tyrkeren

Der Türck.
O' Mahomet / ich rüff dich an /
   Vnd mein gantz Geschlecht Solyman /
Die g'wunnen haben so viel Land /
   Wöllen mir hie thun ein Beystand /
In grösser Noht bin ich nie g'sin /
   Ich fahr darvon / weiß nicht wohin!

Hiemit die Rhym des Todten-Tantz,
   O' Satyre, sich enden gantz:
Doch zwey Verßlin so folgen nun,
   Ihn gantz vnd gar beschliessen thun.

Mit stiller Stund        Gehn wir zu grund.

Yderligere information


Op til Johann Georg Gross