La Danse des Morts, 1581, Teksten

Basel
Frölich-1581, Basel
Paven
Frölich-1581, Pope

Her følger teksten fra Huldrich Frölich's bog Lobspruch An die Hochloblich unnd Weitberümpte Statt Basel fra 1581.

Warnung Esaiæ am 40 Capitel.
ES spricht der Prophet Esaias,
Daß alles Fleisch ist Höw vnd Graß,
Sein schöne wie die Blum im Veld,
Das Graß verdorrt, die Blum wird welck:
Vergleichts Volck dem Graß auff der Heid,
Wenns Herren Athem sie anweit,
Die Blum verryst, das Graß verdorrt,
Doch bleibt in Ewigkeit sein Wort.

Trost des Jobs am 19 Capitel.
ICH weiß daß mein Heiland thut leben
Christus, der mir hats Leben geben,
Wird mich auß der Erden erwecken,
Mein gebein mit der Haut bedecken:
Vnd wird mein Fleisch Gott lebend sehen,
Mit meinen Augen wirds beschehen.

Ein anders Trostsprüchlein:
Was lebt, das stirbt durch Adams noht:
Was stirbt, das lebt durch Christi todt.

Der Prediger spricht Danielis am 12 Capitel.
VIl auß den, die im Staub der Erden
Schlafen, die sollen wider werden
Erwachen: ein theil ewig leben,
Dem andern theil dem wird er geben
Ein hart Vrtheil zu Ewiger schmoch:
Die müssen aber kommen hoch,
Welch andere haben bericht fein,
Werden glantz'n, wie des Himmels schein:
Diese aber werden geprysen,
So die Meng zur Frombkeit gewisen,
Scheinen wie Stern am Firmament,
Werden sein ewiglich ohn end.

Andere Verßlin.
O Mensch betracht, Vnd nicht veracht,
Hie die Figur, All Creatur
Die nimpt der Todt, Frühe vnd spot,
Gleich wie die Blum, Im Veld zergoht.

Der Todt.
KOmm heiliger Vatter werder Mann,
Ein Vortantz must jhr mit mir han,
Der Ablaß euch nicht hilfft daruon,
Das zweyfach Creutz, vnd dreyfach Cron.

Bapsts Antwort.
HEilig was ich auff Erdt genannt,
Ohn Gott der höchst führt ich mein Stand,
Der Ablaß thett mir gar wol lohnen,
Noch will der Todt mein nicht verschonen.

¶ Der Todt.
HErr Keiser mit dem grawen Bart,
Ewr Reuw habt jhr zu lang gespart,
Drumb spert euch nicht, jhr must daruon,
Vnd tantzn nach meiner Pfeiffen thon.

Der Keiser.
ICh kundte das Reich gar wol mehren
Mit streiten, fechten, vnrecht wehren:
Nun hatt der Todt vberwunden mich,
Daß ich bin keinem Keiser glich.

¶ Der Todt.
ICh tantz euch vor Fraw Keiserin,
Springen hernach der Tantz ist min:
Ewr Hofleut sind von euch gewichen,
Der Todt hat euch hie auch erschlichen.

Die Keiserin.
VIl Wollust hatt mein stoltzer Leib,
Ich lebt alß eines Keisers Weib:
Nun muß ich an diesen Tantz kommen,
Mir ist all mut vnd freud genommen.

¶ Der Todt.
HErr König euwr gwalt hatt ein endt,
Ich führ euch hie bey meiner hendt
An diesen dürren Bruder tantz,
Da gibt man euch des Todtes krantz.

Der König.
ICh hab gewaltiglich gelebt,
Vnd in hohen Ehren gestrebt:
Nun bin ich in des Todtes banden
Verstricket sehr in seinen Handen.

¶ Der Todt.
FRauw Königin euwr freüd ist auß,
Springen mir nach ins Todtenhauß,
Euch hilfft kein schöne, Goldt noch Gelt,
Ich spring mit euch in jene Welt.

Die Königin.
O Weh vnd ach, O weh vnd jemmer,
Wo ist jetzundt mein Frawenzimmer,
Mit denen ich hatt freüden vil,
O Todt thu g'mach, mit mir nicht yl.

¶ Der Todt.
SPringen auff mit dem roten Hut,
Herr Cardinal der tantz ist gut,
Wol gesegnet habt jhr die Leyen,
Ihr müst auch jetzundt an den Reyen.

Der Cardinal.
ICh ware mit Bäpstlicher wahl
Der Heiligen Kirchen Cardinal:
Die Welt hielt mich in grossen Ehren,
Noch mag ich michs Todts nicht erwehren.

¶ Der Todt.
Euwer Würde hat sich verkehrt,
Herr Bischoff Weiß vnd Wolgelehrt,
Ich will euch in den Reyen zeigen,
Ihr mögen dem Todt nicht entweichen.

Der Bischoff.
ICh bin gar hoch geachtet worden,
Dieweil ich lebt in Bischoffs Orden:
Nun zeigen mich die Vngeschaffnen
An Ihren Tantz, alß wie ein Affen.

¶ Der Todt.
HAbt jhr mit Frauwen hoch gesprungen,
Stoltzer Hertzog, ists euch wol g'lungen,
Das müst jhr an den Reyen büssen,
Wol hehr g'lust euch die Todt'n zu grüssen.

Der Hertzog.
O mordt muß ich so fluxs daruon,
Land, Leüt, Weib, Kindt dahinden lon,
So erbarm sich Gott in seim Reich,
Jetzund werdt ich mein Täntzer gleich.

¶ Der Todt.
FRauw Hertzogin seindt wol gemut,
Ob jhr schon seindt vom Edlen Blut,
Hoch geachtet auff dieser Erdt,
Hab ich euch dennoch lieb vnd werdt.

Die Hertzogin.
ACh Gott der Armen Lauten thon,
Muß ich mit dem Greuling daruon,
Heut Hertzogin vnd nimmermeh,
Ach angst vnd noht, o weh o weh.

¶ Der Todt.
HErr Graff gebt mir das botten Brot,
Es zeucht euch hin der bitter Todt,
Last euch nicht reuwen Weyb vnd Kindt,
Ihr must tantzen mit diesem Gsindt.

Der Graff.
IN dieser Welt waß ich bekannt,
Darzu ein Edler Graff genannt,
Nun bin ich von dem Todt gefelt,
Vnd hehr an diesen Tantz gestelt.

¶ Der Todt.
HErr Apt ich zieh euch die yflen ab,
Deßhalb nutzt euch nicht mehr der Stab:
Sindt jhr g'wesen ein guter Hirt,
Hie euwrer Schaff, die Ehr euch wirt.

Der Apt.
ICh hatt mich alß ein Apt erhebt,
Vnd lang in hohen Ehren g'lebt:
Auch satzt sich niemandt wider mich,
Dennoch bin ich dem Todt gelich.

¶ Der Todt.
HErr Ritter jhr sind angeschriben,
Ritterschafft die müssen jhr triben,
Mit dem Todte vnd seinen knechten,
Es hilfft weder streiten noch fechten.

Der Ritter.
ICh alß ein strenger Ritter gut
Hab der Welt dient mit hohem mut:
Nun bin ich wider Ritters Orden
An diesen Tantz gezwungen worden.

¶ Der Todt.
ES hilfft do kein fund noch hofieren,
Kein Auffzug, oder Appellieren,
Der Todt zwinget alle Geschlecht,
Darzu Geistlich vnd Weltlich Recht.

Der Jurist.
VOn Gott all Recht gegeben sindt,
Wie man die in den Büchern findt,
Kein Jurist soll dieselbig biegen,
Die Lug hassen, die Warheit lieben.

¶ Der Todt.
SIndt jhr ein Herr gwesen der Statt,
Den man im Raht gebrauchet hatt,
Habt jhrs wol g'rathen ists euch gut,
Wird euch auch abziehen den Hut.

Der Ratsherr.
ICh hab mich g'flissen Tag vnd Nacht,
Das der G'mein nutz werde betracht,
Sucht Reich vnd Armer Nutz vnd Ehr,
Was mich gut dunckt, macht ich das mehr.

¶ Der Todt.
HErr Chorpfaff habt jhr g'sungen vor
Vil süß Gesang in euwerm Chor:
So mercken auff der Pfeiffen schall,
Verkündet euch des Todtes fall.

Der Chorherr.
ICh sange alß ein Chorherr frey
Von stimmen manche Melodey,
Des Todtes pfeiff dönt dem vnglich,
Sie hat so sehr erschrecket mich.

¶ Der Todt.
HErr Doctor b'schawt die Anatomey
An mir, ob sie recht g'machet sey:
Dann du hast manchen auch hing'richt,
Der eben gleich, wie ich jetzt sicht.

Der Doctor.
ICh hab mit meinem Wasser b'schawen,
Geholffen beyde Mann vnd Frauwen:
Wer b'schawt mir nun das Wasser min,
Ich muß jetzt mit dem Todt dahin.

¶ Der Todt.
NVn kommet hehr jhr edler Tegen,
Ihr musset hie der Mannheit pflegen
Mit dem Todt, der niemandt verschont,
Gesegnet euch, so wirdt euch g'lont.

Der Kriegsmann.
ICh hab gar manchen Mann erschreckt,
Der mit dem Harnisch was bedeckt:
Nun ficht mit mir der grimme Todt,
Vnd bringt mich gar in grosse noht.

¶ Der Todt.
VOm Adel Frauw last euwer pflantzen,
Ihr müsset jetzt hie mit mir dantzen,
Ich schon nicht euwers gelen haar,
Was secht jhr in den Spiegel klar.

Die Hoffart.
O angst vnd noht wie ist mir b'schehen,
Den Todt hab ich im Spiegel g'sehen:
Mich hat erschreckt sein grewlich g'stalt,
Das mir das Hertz im leib ist kalt.

¶ Der Todt.
HErr Kauffman lassen euwer werben,
Die zeit ist hie, jhr müssen sterben:
Der Todt nimpt weder Gelt noch Gut,
Nun tantzen hehr mit freyem mut.

Der Kauffman.
ICh hatt mich z'leben versorgt wol,
Kysten vnd Kasten waren vol,
Der Todt hat meine gab verschmocht,
Vnd mich vmb Leib vnd Leben brocht.

¶ Der Todt.
GNedige Frauw Eptissin rein,
Wie habt jhr so ein Beüchlin klein:
Doch will ich euch das nicht verweissen:
Ich wolt mich ehe in finger beissen.

Die Eptissin.
ICh hab gelesen auß dem Psalter
In dem Chore vor dem Fronalter:
Nun will mich helffen hie kein betten,
Ich muß hie dem Todt auch nach tretten.

¶ Der Todt.
HIncke auch hehr mit deiner Krucken,
Der Todt will dich jetzund hinzucken:
Du bist der Welt gantz vnwehrt sehr,
Komm auch an meinen Tantz hiehehr.

Der Krüppel.
EIn Armer Krüppel hie auff Erdt
Zu einem Freundt ist niemandt werdt:
Aber der Todt will sein Freundt syn,
Er nimpt jhn mit dem Reichen hin.

¶ Der Todt.
BRuder komm du auß deiner Klauß,
Halt still, ich lösch dir das Liecht auß:
Drumb mach dich mit mir auff die fahrt
Mit deinem Weissen langen Bart.

Der Waltbruder.
ICh hab getragen lange zyt
Ein herren Kleidt, hilfft mich jetzt nit:
Bin nicht sicher in meiner Klauß,
Die Stundt ist hie, mein G'bett ist auß.

¶ Der Todt.
Jüngling wo wilt du hin spacieren,
Ein andren weg will ich dich führen,
Allda wirst du dein Bulschafft finden,
Das thu ich dir jetzund verkünden.

Der Jüngling.
MIt Schlemmen, Demmen vnd mit Brassen,
Des Nachts hofieren auff der Gassen,
Darinn hatt ich mein mut vnd freudt,
Gedacht wenig an den Abscheidt.

¶ Der Todt.
DEin Gold vnd Gelt sich ich nicht an,
Du Wucherer vnd Gottloß Mann:
Christus hat dich das nicht gelehrt,
Ein Schwartzer Todt ist dein Geferdt.

Der Wucherer.
ICh fragt nicht vil nach Christi Lehr,
Mein Wucher der trug mir vil mehr:
Jetzt bleibt der Leiden all dahinden,
Waß hilfft mein schaben vnd mein schinden.

¶ Der Todt.
ACh Junckfrauw euwer roter Mund
Wirdt bleich jetzundt zu dieser Stundt:
Ihr sprungen gern mit jungen Knaben,
Mit mir müst jhr ein Vortantz haben.

Die Junckfrauw.
O Weh, wie grewlich hast mich g'fangen,
Mir ist all mut vnd freüd vergangen:
Zu tantzen g'lust mich nimmer meh,
Ich fahr daruon, ade, ade.

¶ Der Todt.
WAS wölln mir für ein Täntzle haben,
Den Bettler oder schwarzen Knaben,
Mein Kylbehans, Spil wer nit gantz,
Werst du auch nicht an diesem Tantz.

Der Kilbe krämer.
KEin Kilb was mir wegs halb zu weit,
Dauon ich nicht hab bracht mein Beut:
Nun ists auß, weg muß ich mit noht,
Die Pfeiff ist g'fallen mir ins Koht.

¶ Der Todt.
HEroldt in deiner roten Kappen,
Jetztmals muß ich dich auch erdappen:
Bey Fürsten warst du lieb vnd werdt,
Dein Stab wirff von dir auff die Erdt.

Der Herolt.
DEm Keiser was ich lieb vnd werd,
Von jhm hat ich Geschenck vnd Pferdt:
Mein Reden hat manchen erschreckt,
Nun hat der Todt mein schwetzen g'legt.

¶ Der Todt.
HErr Schultheiß auff, wann es ist zeit,
Das Leib vnd Seel miteinander streit,
Daß thu ich auff der Leyren singen,
Dem Liedlin mögen jhr nach springen.

Der Schultheiß.
MEin Ampt hab ich mit fleiß versehen,
Hoff es sey niemandt Vnrecht b'schehen,
Am G'richt dem Reichen wie dem Armen:
O Gott du wolst dich mein erbarmen.

¶ Der Todt.
SInd jhr der Herr Vogt vbers Blut,
Im roten Rock vnd im Beltzhut:
Ihr sehen sawr, kehr mich nicht dran,
Mein Vrtheil niemandt brechen kan.

Der Blut Vogt.
IM Ampt hab ich nicht braucht Gewalt,
Was ich thett, was inn Dieners g'stalt:
Durch mich ist g'schehen kein vngleichs,
Drumb nennt man mich ein Vogt des Reichs.

¶ Der Todt.
WOl auff Heyne du must jetzt springen,
Schürtze dich auff vnnd laß dir lingen:
Dein Kolben magst jetzt wol lan bleiben,
Mein Tantz wirdt dir den Schweiß außtreiben.

Der Narr.
O Weh ich wolt gern Holtz aufftragen,
Vnnd allweg viermal werden g'schlagen
Vom Herren mein vnd seinen knechten,
So muß ich mit dem Dürrling fechten.

¶ Der Todt.
WOlhehr Krämer du Groscheneyer,
Du Leutb'scheisser vnd Gassenschreyer,
Du must jetztmals mit mir daruon,
Dein Hümpelkram ein andern lon.

Der Krämer.
ICh bin gezogen durch die Welt,
Vnd hab gelöst allerley Gelt,
Vil Thaler, Müntz, Kronen, vnnd Gulden:
O Mordt, wer zahlt mir jetzt die Schulden.

¶ Der Todt.
DEin Wegzeiger schneid ich dir ab,
Tritt sittlich, falst mir sonst ins Grab,
Du Armer blinder alter Stock,
In deinem bösen, bletzten Rock.

Der Blindt Mann.
EIn blinder Mann ein Armer Mann
Sein Muß vnd Brot nicht g'winnen kan,
Köndt nicht ein tritt gehn ohn mein Hundt:
Gott sey g'lobt, das hie ist die Stundt.

¶ Der Todt.
HVium Jud, mach dich auff die Fahrt,
Deins Messiæ hast zu lang g'wart:
Christum, welchen jhr habt ermürdt,
Was der recht, jhr habt lang geirrt.

Der Jud.
EIn Raby was ich der Geschrifft,
Zog auß der Bibel nur das Gifft:
Gar wenig nach Messiam tracht,
Hatt mehr auff Schätz vnd Wucher acht,
Dasselb mir inn die Kuche bracht.

¶ Der Todt.
KOmm falscher Heydt vnd Gottloß Mann,
Dein Abgott dir nicht helffen kan:
Den Teuffel hast für Gott geehrt,
Derselb hat dein Gebett erhört.

Der Heydt.
Iupiter, Neptunus vnnd Pluton,
Ihr höchsten Gött wolt mich nicht lon:
Wann jhr all drey sind Vnsterblich,
Saturnus wolst erbarmen dich.

¶ Der Todt.
ICh kan, Heydin, fein artlich greiffen
Ein Todten Lied auff der Sackpfeiffen,
Dem must nach tantzen wie dein Mann,
Rüffest du schon all Götter an.

Die Heydin.
Iuno, Venus vnnd auch Pallas,
Eüch Göttin lasts erbarmen, das
Ich sterben muß, helfft mir auß Noht,
Kein Segen hilffet für den Todt.

¶ Der Todt.
KOmm hehr Hans Koch du must darvon,
Wie bist so veist, du kanst kaum gohn:
Hast du schon kocht vil süsser Schleck,
Wirdt dir jetzt sawr, du must hinwegk.

Der Koch.
ICh hab kocht Hüner, Gänß vnnd Visch
Meim Herren vil mal vber Disch,
Wildbret, Bastet vnnd Marziban:
O weh meins Bauchs, ich muß darvan.

¶ Der Todt.
DV hast dein Tag g'habt Arbeit groß
Frühe vnd spath ohn vnderloß,
Dein Burde will ich dir abnemmen,
Korb, Flegel, Tegen thu mir geben.

Der Bawr.
O Grimmer Todt, gib mir mein Hut,
Mein Arbeit mir nicht mehr weh thut,
Die ich mein Tag je hab gethan,
Was zeist mich Armen alten Mann.

¶ Der Todt.
KReich hehr kind du must tantzen lehren,
Weyn oder klag, magst dich nicht wehren,
Hettest schon die Brust an deim Mundt,
So hilffts dich nicht zu dieser Stundt.

Das Kindt.
O Weh mein liebes Mütterlin,
Ein dürrer Mann zeiht mich dahin:
O Mütterlein wilt du mich lon,
Muß tantzen vnd kan noch kaum stohn:
Ach lehr mich vor im Kärrnlin gohn.

¶ Der Todt.
ACh Fräwlein lassen ewer Klagen,
Tantzen dem Kindt nach mit der Waglen:
Dann jhr möcht mir hie nicht entfliehen,
Den Gasthut will ich euch abziehen.

Des Kindts Mutter.
ICh hab mich alle zeit ergeben
Inn Todt, hoff aber Ewigs Leben:
Wiewol der Todt mich greifft hart an,
Nimpt mich mit kindt, vnnd sampt dem Mann.

¶ Der Todt.
HAns Hug Kluber laß Mahlen stohn,
Wir wollen auch jetztmals darvon:
Dein Kunst, Müh, Arbeit hilfft dich nüt,
Wann es geht dir, wie ander Lüt:
Hast du schon grewlich g'macht mein Leib,
Wirst auch so g'stalt mit kindt vnd Weib:
Hab Gott vor Augen allezeit,
Wirff Bensel hin sampt dem Richtscheit.

Der Mahler.
MEin Gott du wollest bey mir stohn,
Dieweil ich auch muß jetzt darvon:
Mein Seel befihl ich inn dein Händt,
Wann die Stundt kompt zu meinem Endt,
Vnnd der Todt mir mein Seel außtreibt.
Verhoff doch mein Gedechtnuß bleibt,
So lang man diß Werck haltet schon:
Behüt euch Gott, ich fahr daruon.
Vnnd jhr meine Gesellen nun
Wöllen mir bald nachvolgen thun.

¶ Der Todt.
DV falscher Türck vnd grosser Hundt,
Es ist jetzundt auch hie dein Stundt,
Dein Machomet hilfft dich nicht heut,
Noch auch dein Bogen zu dem Streitt,
Darzu dein Sebolt vnd dein Bundt,
Must sterben wie ein andrer Hundt.

Der Türck.
O Machomet ich rüff dich an,
Vnnd mein gantz Geschlecht Solyman,
Die g'wunnen haben so vil Landt,
Wollen mir hie thun ein Beystandt,
Inn grösser Noht bin ich nie g'sin,
Ich fahr daruon, weiß nicht wohin.

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